Katzenjammer

Katzen manipulieren ihre Besitzer nach Belieben

Wer kann da widerstehen?

Wer kann da widerstehen?

Sind Katzen hungrig, miauen sie in einer derart unangenehmen Tonlage, dass Menschen ihnen meist auf der Stelle Futter bringen. Das berichten Forscher aus England und den USA im Fachmagazin «Current Biology».

Die kleinen Samtpfoten betten ein hohes, herzerweichendes Miau geschickt in ihr übliches Schnurren ein, wie das Team um Karen McComb von der Universität von Sussex in Brighton herausfand. Die Forscher nahmen den Ruf bettelnder Kätzchen auf Band auf und spielte ihn anschliessend vor menschlichen Studienteilnehmern ab.

Diese gaben zu Protokoll, dass sie das Miau als dringenden Hilfeschrei empfanden, der sie aufrüttelte und zum Handeln bewegte. Wurde das Miau auf den Aufnahmen aus dem tiefen, zufriedenen Schnurren eliminiert, entfiel bei den Teilnehmern das Gefühl, zu Hilfe eilen zu müssen.

In einer Analyse des Katzengejammers hielten die Wissenschaftler fest, dass ein hochfrequentes Miau mit 300 bis 600 Hertz etwa die gleiche Tonlage hat wie der Schrei eines hungrigen Babys. Diesen Trick wenden Katzen laut McComb vor allem dann an, wenn sie in einem kleinen Haushalt mit nur einer oder zwei Bezugspersonen leben.

"Wir glauben, dass Katzen (ihr Miau) dramatisch übertreiben, wenn sie damit Erfolg haben und die gewünschte Reaktion bei Menschen erreichen." Gehören sie aber einer grossen Familie an, in der sie nur eine untergeordnete Rolle spielen, ersparen sie sich die Anstrengung und sind kaum zu vernehmen, wie die Forscher schreiben.

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