Karpfenhochzeit an der Aare dank den neuen Auen

Naturschauspiel unterhalb der neuen Aarebrücke des künftigen Staffeleggzubringers.

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Karpfenhochzeit an der Aare dank den neuen Auen

Karpfenhochzeit an der Aare dank den neuen Auen

Die neue Auenlandschaft der Aare hat unterhalb von Aarau Folgen: Der Fischexperte Peter Jean-Richard konnte eine Karpfenhochzeit beobachten.

Vom neuen Aaredamm unterhalb der Brücke zum Staffeleggzubringer sieht der Wanderer in ein stilles Seitengewässer zum neu erstellten Aarelauf. Still war es dort jedoch nicht am letzten Sonntag. «Hunderte von Wasserfröschen quakten in solcher Lautstärke, dass jeder und jede, die vorbeiging, mindestens kurz anhielt und zuhörte», berichtet der Aarauer Fischkenner Peter Jean-Richard. Dies genügte jedenfalls, um auch auf ein anderes Spektakel aufmerksam zu machen. «Die Schilfhalme wogten hin und her, Wasser platschte, Frösche retteten sich aus dem freien Wasser und schwiegen für einen kurzen Moment», umschreibt Jean-Richard die Situation, die er vor Ort antraf.

Grund für die Aufregung waren sehr grosse Karpfen (rund 80 cm und wohl über 10 Kilogramm schwer), die gemeinsam das Wasser und die Wasserpflanzen umpflügten. Die Tiere ragten an seichten Stellen zur Hälfte und mehr aus dem Wasser, sodass die Beobachter den Eindruck erhielten, die Tiere seien in Gefahr einzugehen, weil sie kein genügend tiefes Wasser mehr erreichen könnten.

Dies war glücklicherweise keineswegs der Fall. Die Karpfen kamen wohl gemäss Jean-Richard aus dem Staubereich der Aare und hatten auf ihrer Suche nach einem Laichplatz den Seitenarm zum neuen Aarelauf gefunden. Hier fanden sie den idealen Laichplatz und feierten Hochzeit, das heisst, sie streiften ihre Eier an den Wasserpflanzen ab und befruchteten sie.

Da Karpfen pro Kilogramm Körpergewicht zirka 200000 Eier produzieren, «werden wir in den kommenden Wochen wohl grosse Jungfischschwärme beobachten können», verspricht Peter Jean-Richard. Für den Karpfennachwuchs in der Aare ist also gesorgt.

Die Karpfen zeigen laut dem Experten auf, dass die als Ausgleichsmassnahme neu gestaltete Aareaue unterhalb der neuen Staffeleggbrücke zu einem wertvollen Lebens- und Fortpflanzungsraum geworden ist. (az)

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