Karadzic muss sich in zwei Fällen wegen Völkermords verantworten

Karadzic (r.) in Den Haag (Archiv)

Karadzic (r.) in Den Haag (Archiv)

Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic muss sich nun in zwei Fällen von Völkermord während des Bosnien-Krieges vor Gericht verantworten.

Wie das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag mitteilte, bezieht sich die erste Anklage auf die Verbrechen in Bosnien-Herzegowina 1992, die zweite auf das Massaker von Srebrenica 1995.

Insgesamt wurde das Verfahren gestrafft: Statt der bisher 41 Orte in Bosnien-Herzegowina, an denen Verbrechen verübt wurden, soll sich Karadzic nur für Verbrechen in 27 Ortschaften verantworten. Der 63-Jährige, der sich selbst verteidigt, muss sich am Freitag schuldig oder nicht schuldig zu der neuen Anklage bekennen.

Dem früheren bosnischen Serbenführer werden insgesamt elf Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter auch Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnien-Krieg von 1992 bis 1995.

Er gilt als Hauptverantwortlicher für das Massaker von Srebrenica, bei dem 1995 fast 8000 bosnische Muslime getötet wurden. Bei seinem zweiten Auftritt vor dem Tribunal am 29. August 2008 hatte er geschwiegen und erklärt, er wolle die aktualisierte Fassung der Anklageschrift abwarten.

Karadzic war im Juli 2008 in Belgrad festgenommen worden. Unter falschem Namen hatte er jahrelang unbehelligt als Heilpraktiker gearbeitet und sich mit einem dichten weissen Bart und langen Haaren getarnt. Sollte das UNO-Gericht Karadzic schuldig sprechen, muss er mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen.

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