Kandidatur Malama: Misstöne zwischen FDP BS und BL

Vor den Medien: FDP-Nationalrat Peter Malama bei der Beklanntgabe seiner Bundesrats-Kandidatur

Vor den Medien: FDP-Nationalrat Peter Malama bei der Beklanntgabe seiner Bundesrats-Kandidatur

Die Attacke des Baselbieter FDP-Nationalrats Hans Rudolf Gysin gegen seinen Partei-«Kollegen» Peter Malama kommt bei der Basler FDP schlecht an

Hans-Martin Jermann

Es ist ein offenes Geheimnis: Der Basler Gewerbedirektor Peter Malama und Hans Rudolf Gysin, Chef der Baselbieter Wirtschaftskammer, haben das Heu nicht auf der gleichen Bühne. Die Reaktion Gysins auf Malamas Bundesratskandidatur setzt das belastete Verhältnis zwischen beiden Alphatieren der FDP nun aber einem veritablen Härtetest aus. Laut «BaZ» vom Samstag hat Gysin von sich aus die Zeitung kontaktiert, um seine Bedenken gegen die Bundesrats-Ambitionen seines freisinnigen «Kollegen» aus der Stadt anzumelden. Bei dieser Gelegenheit betonte Gysin, dass er sich für Malamas innerparteilichen Rivalen Johann Schneider-Ammann (BE) einsetzen werde.

Stolz: «Würde so etwas nie tun»

Diese Äusserungen sorgen bei der Basler FDP für Irritationen. Wem Gysin bei der Bundesratswahl am 22. September die Stimme gebe, sei seine persönliche Sache, betont FDP-Präsident Daniel Stolz. Dass Gysin aber offenbar von sich aus den Kontakt zu den Medien gesucht habe, um seine Meinung kundzutun, sei bedauerlich, ja unverständlich. «Ich würde so etwas nie tun. Das würde gegen mich sprechen», sagt Stolz empört.

Gysins Äusserungen stehen – anders, als dies zunächst vermutet wurde – nicht im Widerspruch zur Meinung des Baselbieter FDP-Präsidenten Michael Herrmann. Dieser hat in einem schriftlichen Statement letzten Freitag Malamas Kandidatur begrüsst und diesen als qualifizierte Persönlichkeit bezeichnet. Gegenüber der bz präzisiert Herrmann seine Aussagen: Ja, er begrüsse Malamas Kandidatur, aber er begrüsse auch jene von FDP-Politikern aus anderen Kantonen. «Wir haben überhaupt sehr gute Kandidaturen für die Nachfolge von Hans-Rudolf Merz», betont er.

Malama überzeuge, doch sein Favorit – könnte er denn wählen – heisse ebenfalls Schneider-Ammann. «Mir ist letztlich egal, aus welcher Region der neue FDP-Bundesrat kommt. Wir brauchen angesichts der Schwierigkeiten in der Landesregierung ganz einfach die besten Leute», betont der Gelterkinder.

Gemeinsames Vorgehen nicht zentral

Die Tatsache, dass die SP bei der Präsentation ihrer Kandidatin Eva Herzog gemeinsam aufgetreten sei, die FDP bei Malama aber nicht, mag Herrmann denn auch nicht überbewerten: «Eine gemeinsame Kandidatur aus beiden Basel lockt in Bern niemanden hinter dem Ofen hervor», sagt Herrmann trocken.

Trübt die unklare Unterstützung der Baselbieter FDP für den Basler FDP-Bundesratskandidaten das Verhältnis der beiden Kantonalparteien? Stolz winkt ab: Mit den Äusserungen Herrmanns habe er keine Probleme. Er kenne seinen Baselbieter Amtskollegen schon lange; der Kontakt sei gut. «Dass die beiden Parteien in gewissen Fragen nicht auf derselben Linie liegen, ist offensichtlich», sagt Stolz. Jüngst sind die Freisinnigen von Stadt und Land durch konträre Haltungen aufgefallen bei Harmos und in der Frage von Kultursubventionen. «Auch dies trübt das Verhältnis der Parteien nicht», betont Herrmann. Läuft also alles auf die simple Erkenntnis heraus, dass sich die beiden FDP-Nationalräte von Stadt und Land nicht riechen können? Wir werden sehen.

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