Die Fangquote sei nach Beratungen mit Experten festgelegt worden, "um sicherzustellen, dass der Robbenbestand erhalten bleibt", hiess es weiter. Im Einzelnen dürfen in der in Kürze beginnenden Jagdsaison 280 000 Sattelrobben, 8200 Mützenrobben und 50 000 Kegelrobben getötet werden.

Tierschützer sprachen von einer "skandalösen" Entscheidung der Regierung. "Diese Quote ist völlig unvertretbar", sagte Sheryl Fink vom Internationalen Tierschutzfond (IFAW) mit Blick auf die Zahl der zur Tötung freigegeben Sattelrobben.

Es gäbe nicht genügend Abnehmer für die Pelze, der Weltmarkt sei bereits gesättigt. Zudem würde diese hohe Zahl sogar die Empfehlung der regierungseigenen Wissenschaftler übersteigen und den Robbenbestand stark ausdünnen, so Fink.

Die zuständige Fischerministerin Gail Shea versicherte, dass Mitarbeiter ihrer Behörde die Robbenjagd überwachen werden, um die Einhaltung der Jagdbeschränkungen sicherzustellen. Wenn nötig, würden auch Massnahmen zu Durchsetzung der Bestimmungen getroffen, sagte die Ministerin.

Sie kündigte an, sich auch weiter international für den Fortbestand der umstrittenen Robbenjagd einzusetzen. Anfang des Monats hatte der Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments wegen der "unmenschlichen" Methoden bei der Jagd für ein europaweites Einfuhr- und Handelsverbot gestimmt.