Robbenjagd

Kanada erhöht Jagdquote für Sattelrobben auf 330'000 Tiere

Kanadische Jäger töten Robben (Archiv)

Kanadische Jäger töten Robben (Archiv)

Kanadas Jäger dürfen in diesem Jahr mehr Sattelrobben töten. Das kanadische Fischereiministerium hat die Fangquote für die Tiere von 280'000 auf 330'000 erhöht. Der Internationale Tierschutz-Fonds protestierte gegen den Entscheid.

Anfang Februar hatte die Regierung bereits 50'000 Kegelrobben zum Abschuss freigegeben, ebenso viele wie im vergangenen Jahr. Tierschützer protestierten gegen die erhöhte Fangquote. Der Nachwuchs der Sattelrobben sei in diesem Jahr aufgrund fehlender Eisflächen ohnehin dramatisch bedroht, hiess es vom Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW).

"Unsere Regierung sieht die Bedeutung der Robbenindustrie für die Menschen in den kanadischen Küstengemeinden", sagte Fischereiministerin Gail Shea. Die Entscheidung beruhe auch auf der Einschätzung von Wissenschaftlern, nach denen sich die Robbenbestände deutlich erhöht hätten.

"Mit einer geschätzten Population zwischen 6 und 7,7 Millionen Tieren ist der Bestand mehr als dreimal so gross wie 1970", erklärte Shea. Die Jagdquoten für Kegel- und Mützenrobben würden bei 50'000 und 8200 bleiben, obwohl sich auch deren Bestände vergrössert hätten.

"Die kanadische Regierung macht sich lächerlich mit einer Quote von 330'000 Tieren, da so viele Jungtiere die katastrophale Eissituation möglicherweise nicht einmal überleben werden", hiess es vom IFAW. Sattelrobben benötigten stabile Eisflächen für Geburt und Aufzucht ihres Nachwuchses. Die Eiskonditionen in diesem Jahr seien aber schlechter als jemals zuvor.

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