Kampfwahl um 5. Sitz und den Ammann-Posten

Vor vier Jahren hiess es noch «Kurt Kaufmann (FDP)». Die Affiche für den zweiten Wahlgang der Meisterschwander lautet «Kaufmann gegen FDP».

Fritz Thut

Die Überraschung war gross, als im Sommer die FDP-Ortssektion Meisterschwanden bekannt gab, dass sie für die im Herbst fälligen Gesamterneuerungswahlen ihren Gemeindeammann Kurt Kaufmann nicht mehr unterstütze.

Fehlende Kooperationsfähigkeit wurde dem eben pensionierten Geschäftsführer einer grossen Baustofffirma in Villmergen vorgeworfen. Die beiden andern FDP-Vertreter im fünfköpfigen Gemeinderat - Vizeammann Beat Jung und Gemeinderätin Ariane Roth - stellten die Partei vor die Alternative: Entweder Kaufmann oder wir. Die Partei liess den Gemeindeammann fallen und portierte Roth als Nachfolgerin und den neuen Bezirksparteipräsidenten Andreas Fischer als neuen Gemeinderat.

Ankündigung zur Unzeit

Die vorher weitgehend unwissende Öffentlichkeit erfuhr von den Diskrepanzen im Rat und vom Coup der FDP ausgerechnet am Tag des Jugendfestes, was von vielen Dorfbewohnern nicht goutiert wurde.

Nach dem offiziellen Nominationstermin entschloss sich der von der FDP desavouierte und mittlerweile parteilose Kaufmann doch noch zur Kampfkandidatur - unterstützt von etlichen prominenten Mitbürgern mit Nicolas G. Hayek an der Spitze.

Im ersten Wahlgang Ende September erreichte Kurt Kaufmann bei der Ammann-Wahl 27 Prozent mehr Stimmen als Herausfordererin Roth, verpasste aber als Fünftplatzierter bei den Gemeinderatswahlen das absolute Mehr. «Hätten alle Wähler, die mich als Ammann aufführten, mich auch beim Gemeinderat eingetragen, wäre ich bereits wieder gewählt.»

So kommt es Ende Monat zu einem zweiten Wahlgang, in dem sich Kaufmann zweimal mit FDP-Exponenten duelliert. Für den 5. Gemeinderatsposten heissts Kaufmann gegen Fischer, fürs Ammann-Amt wieder Kaufmann gegen Roth.

Die FDP hat bereits im ersten Wahlgang einen Dämpfer erfahren, als ihr Vizeammann Jung vom parteilosen früheren Gemeindeschreiber Dieter Studer verdrängt wurde. Dies entbehrt nicht einer pikanten Note: Wie im Dorf kolportiert wird, hat Studer den Kanzlerposten geräumt, weil er sich mit dem damals neuen Ammann Kurt Kaufmann nicht vertrug.

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