Kampf ums Pelletwerk geht weiter

Es gibt wieder etwas Hoffnung in Schöftland. Die Pelletwerk Mittelland verhandelt mit einem potenziellen Interessenten. Steigt er ein, kann der Konkurs des Werkes in letzter Sekunde doch noch abgewendet werden.

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Das Pelletwerk: Kommt es doch noch zur Rettung in letzter Minute?

Das Pelletwerk: Kommt es doch noch zur Rettung in letzter Minute?

Der Vizepräsident des Verwaltungsrats der Pelletwerk Mittelland AG, Leo Baumgartner, kämpft für das weitere Bestehen der Firma (a-z.ch berichtete). In diesen Tagen hat er beim Bezirksgericht Kulm das zweite Gesuch um Fristerstreckung von 20 Tagen eingereicht. Die erste Frist von 20 Tagen ist verstrichen, ohne dass ein Investor gefunden wurde, der bereit ist, das Holzverarbeitungswerk zu entschulden und einen Teil der technischen Anlage zu verbessern. Die Verhandlungen mit der Erdgas Zürich AG, welche die Übernahme der Aktienmehrheit zum Ziel hatten, waren gescheitert.

«Gegenwärtig verhandle ich noch mit einer Handvoll potenzieller Interessenten», erklärt Baumgartner. Er ist optimistisch und hofft, dass vielleicht mehrere Investoren gemeinsam helfen, das Pelletwerk wieder flottzumachen. Findet sich kein Geldgeber, müsste das Pelletwerk geschlossen werden.

Ein Pionierwerk

Das Pelletwerk in Schöftland ist ein Pionierwerk, das Pellets aus frischem Waldholz herstellt und nicht wie andere Werke aus Abfallholz von Sägereien und Schreinereien. Der Grund für die Probleme sind technischer Natur. Erstens bringt der Grobzerkleinerer nicht die nötige und versprochene Leistung. Zweitens konnte im Trocknungsprozess die Produktionsleistung ebenfalls nicht erreicht werden. Das angelieferte Waldholz hat einen höheren Feuchtigkeitsgehalt als angenommen, 50 statt der erwarteten 30 Prozent.

Wegen dieser technischen Mängel hat das Werk in seiner knapp einjährigen Betriebszeit die Ziele des Businessplans nicht erreicht und knapp 2,5 Mio. Franken Verlust eingefahren.

Zuerst müsse der Trockner saniert werden, erklärt Baumgartner. Den Grobzerkleinerer könnte man mit einer mobilen Anlage unterstützen, dies hätten Versuche gezeigt.

Beteiligt am Pelletwerk sind auch Gemeinden aus den Kantonen Solothurn, Baselland und dem Aargau. (psi)

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