Damit nicht genug: Weil selbst Insekten die Frischluft meiden, gestaltet sich die Nahrungssuche schwierig, weiss Matthias Kestenholz von der Vogelwarte Sempach. Zwar könnten Vögel diese problematische Situation meistern, aber eine Grenze gebe es auch da.

"Wo Vögel gute Verhältnisse vorfinden, können sie solches Wetter besser überstehen." Wo hingegen negative Umwelteinflüsse den Lebensraum der Vögel einschränkten, Blumenwiesen, Hecken und Mischwälder fehlten, dort hätten sie auch mehr Probleme, Essen für sich und ihre Kleinen zu finden. Glück hat, wer Specht ist und sein Nest im Baum baut und seine Nahrung aus dem Baum klopft.

In der ersten Maihälfte hat sich auch die Sonne sehr rar gemacht. Gemäss MeteoSchweiz schien sie auf dem San Bernardino bisher gerade mal 5 Stunden. Ginge es nach dem langjährigen Mittel, sollten es rund 60 Stunden sein. La Dôle VD kam in den Genuss von 7 Stunden Sonnenschein - statt deren 70, und Robiei im Tessin vereinte 9 statt rund 70 Sonnenstunden über sich.

Dafür fiel viel Regen. Stabio TI und Locarno Monti verzeichneten fast doppelt soviel Niederschlag wie im langjährigen Durchschnitt. In der Romandie fielen zwei Drittel der durchschnittlichen Regenmenge.

Damit nicht genug: Die erste Maihälfte war auch zu kalt. In der Westschweiz und im Mittelland war es ein bis zwei Grad zu kühl. Auf dem Zürichberg lag das Quecksilber 1,8 Grad unter dem langjährigen Mittelwert. Einzig das Engadin lag temperaturmässig auf Kurs. Besser wird es voraussichtlich am Pfingstwochenende, wagt Bernd Konantz von MeteoSchweiz eine erste vorsichtige Prognose.