Jurapark: Kandidat für das Bundeslabel «Regionaler Park von nationaler Bedeutung»

Jurapark: Testphase geht in die Endrunde

«Park ist durch seine Projekte erkennbar»

«Park ist durch seine Projekte erkennbar»

Seit Mitte 2009 ist der Jurapark Aargau Kandidat für das Bundeslabel «Regionaler Park von nationaler Bedeutung». Seither befindet er sich mit seinen 34 Parkgemeinden, verteilt auf die Regionen Fricktal, Aarau, Brugg, in der Startphase.

Susanne Hörth

Ziel des regionalen Parks ist es, die ländliche Wirtschaft zu fördern und die intakte Landschaft und Natur zu erhalten und zu vermarkten. Ein wichtiger Entscheid für das Projekt steht in den Parkgemeinden in ihren Wintergemeindeversammlungen 2010 an. Die Stimmberechtigten entscheiden dann über die Finanzierung des Parks von Gemeindeseite her für die zehnjährige Betriebsphase ab 2011. Im Gespräch mit Daniel Schaffner zeigt es sich, dass es dem Trägerverein Dreiklang ein grosses Anliegen ist, die Bevölkerung mehr und mehr für das Parkprojekt zu sensibilisieren.

Was ist Sinn des Juraparks?

Daniel Schaffner: Der Aargauer Jura hat ein Potenzial, das bisher vielfach ungenutzt ist: intakte Natur, Landschaft und vielfach auch Dorfbilder. Es ist eine gewachsene Struktur, die hält, was sie verspricht. Der Jurapark ist ein Mittel dazu, das Vorhandene zu pflegen, zu fördern und sanft zu vermarkten.

Das richtige Parkgedankengut?

Schaffner:Ja. Der Jurapark Aargau entspricht genau dem Parkgedanken, welcher der Bund für die ländliche Wirtschaft, die Natur und Landschaft hat.

Ein neuer Gedanke?

Schaffner: Nicht wirklich. In unserem Fall hat das bereits im Vorfeld gepasst. Wenn man die ersten Statuten des Trägervereins Dreiklang anschaut, so entsprachen sie genau diesem Gedanken.

Welche Rolle spielen die 34 Parkgemeinden?

Schaffner: Die Wichtigkeit der Parkgemeinden ist eminent. Ohne ihr Mitmachen gäbe es keinen Naturpark. Neben Bund und Kanton finanzieren sie den Park mit einem beträchtlichen Beitrag. Die Gemeinden bilden zudem im Vorstand eine Mehrheit – das ist eine Bundesvorgabe. Ausserdem haben alle Parkgemeinden das gleiche Stimmrecht an den Versammlungen, unabhängig von ihrer Bevölkerungszahl.

Werden mit dem Naturpark grosse Erwartungen geschürt?

Schaffner:Die Erwartungen sind recht hoch. Damit müssen wir umgehen, wir erwarten ja auch viel. Es ist ja nicht vollkommen etwas Neues, was da mit dem Park kommt. Es ist eine Weiterführung von dem, was seit 2002 über das Projekt Dreiklang schon passiert ist. Schon dort hat man Projekte geplant und verwirklicht.

Ist der Park optisch erkennbar?

Schaffner: Erkennbar wird er durch seine Projekte. Über die Möglichkeiten der optischen Sichtbarmachung diskutieren wir zurzeit mit dem Kanton. Entlang der Hauptrassen und bei den Autobahnen möchten wir mit Tafeln signalisieren, hier kommen Sie in eine attraktive, landschaftlich besonders intakte Region.

Sollen bei den Ortstafeln der Parkgemeinden Juraparkschilder angebracht werden?

Schaffner:Könnte man. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das eine optimale Lösung ist. Mittlerweile gibt es überall einen Schilderwald. Doch wie gesagt, wir sind zurzeit erst am Abklären, wie die Signalisierung aussehen soll.

Müssen die Gemeinden bei den Projekten aktiv etwas machen oder sind die Naturparkverantwortlichen die Akteure?

Schaffner: Die aktive Teilnahme von beiden ist gefordert. Als Beispiel das Naturprojekt Wiederansiedlung des Glögglifroschs. Wir haben abgeklärt, wo dieser noch vorkommt. Denn dort kann man ansetzen, das Vorhandene weiter ausbauen. In Herznach und in anderen Gemeinden sind wir fündig geworden und dann auf die Landwirte, die Förster und die Gemeinden zugegangen.

Ideen können aber auch von aussen herangetragen werden?

Schaffner: Ja sicher. Nicht nur Gemeinden, beispielsweise auch Naturschutzvereine oder Einzelpersonen können sich bei uns melden.

Wer ist mit uns gemeint?

Schaffner:Konkret meine ich unsere Geschäftsstelle, bei der die Anliegen platziert werden können. Und ausserdem sind wir dabei, zu bestimmten Themen Arbeitsgruppen aufzubauen. Deren Aufgabe wird es sein, die laufenden Projekte zu begleiten. Sie sollen zudem eigene Ideen einbringen und diese nach Bedarf zur Ausführung bringen.

Das Naturparkengagement ist sehr zeit- und arbeitsintensiv...

Schaffner:Ja. Die Vernetzungsarbeit ist sehr gross. Eine Gemeinde hat kaum noch die Zeit, sich um solche Projekte zu kümmern. Mit unseren Ressourcen können wir sie bei diesen Wertschöpfungsaufgaben aktiv unterstützen.

Wie sieht die Finanzierung aus?

Schaffner: Grob gesagt 50 Prozent Bund, 25 Prozent Kanton und 25 Prozent von der Organisation und den Parkgemeinden.

Wie gross ist Anteil der Parkgemeinden?

Schaffner: Etwa 16 Prozent. Es geht um den Jurafünfliber. Für die rund 37000 Personen in den Parkgemeinden macht dies ein Gesamtbetrag von 185000 Franken.

Wie geht es nun weiter?

Schaffner:Wir befinden uns seit 2009 in der Errichtung, einer Art Testphase. Für diese haben wir von Bund, Kanton und den Gemeinden die finanzielle Zusicherung. 2011 möchten wir dann in den definitiven Betrieb gehen.

Da spielen die Wintergemeindeversammlungen in diesem Jahr eine grosse Rolle?

Schaffner: Genau. Für die zehnjährige Betriebsphase entscheiden die Parkgemeinden über ihre Seite der Finanzierung. Wenn das positiv von den Gemeinden beantwortet wird, so haben uns Bund und Kanton signalisiert, dass von ihrer Seite her die Finanzierung nicht scheitern wird.

Wozu wird das Geld gebraucht?

Schaffner:Zum grössten Teil für die Umsetzung der Teilprojekte. Der kleinere Teil ist für den allgemeinen Betrieb der Geschäftsstelle. Zum allgemeinen Betrieb gehören beispielsweise die Information der Öffentlichkeit, die Erstellung von Broschüren oder die Buchhaltung. Auch die Begleitung neuer Projektideen ist Teil der allgemeinen Geschäftsstellentätigkeit.

Was wird unternommen, um die Bevölkerung auf die wichtige Abstimmung vorzubereiten?

Schaffner: Wir werden sicher alle Informationskanäle nutzen. So planen wir Infoanlässe in den Gemeinden. Dort möchten wir gleichzeitig auch Ideen für neue Projekte und Anliegen aus der Bevölkerung sammeln.

Infoanlässe in allen 34 Parkgemeinden?

Schaffner:Wenn nötig, ja. Wir werden mit den zuständigen Gemeinderäten besprechen, in welcher Form die Stimmbürger informiert werden sollen.

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