Andrea Mašek

Die Container auf dem nt-Areal haben ihren Heimathafen gefunden. Betritt man sie, fühlt man sich dennoch ein wenig wie auf hoher See: Die Böden schwanken leicht, es ist zugig und an der Eröffnungsfeier wurden sie gar überschwemmt.

Aber nicht von Meerwasser, sondern von Interessierten. Sie alle kamen vor rund zwei Wochen, um diese ungewöhnliche Shopping-Mall einzuweihen. Seither klappt die Mund zu Mund-Propaganda ausgezeichnet. «Die Geschäfte laufen sehr gut», berichtet Sacha Roche, der diesen Prototyp von Container-Mall initiiert hat.

Entsprungen ist die Idee seiner Diplomarbeit «Resolute 2.0», mit der er sein Postindustrial Designer-Studium kürzlich abgeschlossen hat. Darin hat Roche die Idee der Genossenschaft weitergedacht. Resolut hat er danach den Verein «Resolute» gegründet, um die Theorie in Praxis umzusetzen. Entstanden ist die «Young Designers' Mall», in Containern.

Rund 40 Labels haben die Möglichkeit, ihre Produkte in der Mall zu günstigen Konditionen zu präsentieren und zu verkaufen und sich so einen Namen zu machen. Davon respektive vom guten Preis-/Leistungsverhältnis profitieren wiederum die Kundinnen und Kunden.

Beladen sind die Container nämlich nicht allzu schwer, dafür umso exklusiver. Vor allem mit Designermode. Hinzu kommen Accessoires und Geschenkartikel. Die Leute kämen hauptsächlich, um Geschenke zu kaufen, weiss Roche. Speziell ist die Idee des regionalen Recordstore. Hier können regionale Bands ihre CDs anbieten.

«Von der 20-Jährigen bis zum über 50-Jährigen finden hier alle etwas», freut sich Roche. Er selber ist in Sachen Schmuck fündig geworden, nachdem er vergeblich in der ganzen Stadt nach dem gewissen kleinen Etwas herum gerannt ist. Vom Armreif über den orginellen Lego-Schmuck bis hin zum Finkli fürs Baby reicht die Angebotspalette. T-Shirts und Sweat-Shirts laufen enorm gut - soeben haben zwei junge Männer zugeschlagen und sich exklusive Stücke gesichert.

Die Suche nach jungen Designern, die mitmachen, war einfacher, als Roche erwartet hat. «Ich hatte keine Beziehungen, doch innert zweier Monate waren die Container ausgemietet.» Wenigstens jene im Parterre und im ersten Stock. An die dritte Etage macht sich Roche nun. Überhaupt gebe es noch viel zu tun, sagt er, insbesondere in Sachen Koordination. Auch baulich ist noch nicht alles ganz fertig.

Zudem will er die Betriebsabläufe nochmals anschauen. Mieter zahlen nämlich weniger, wenn sie mitarbeiten. Der Genossenschaftsgedanke kommt hier zum Tragen. «Aber meine Mieter sind auch ein Glücksfall», betont Roche, «wir verstehen uns sehr gut, sind inzwischen Freunde geworden und sehen uns auch in der Freizeit.»

«Für uns ist das eine Supermöglichkeit», bestätigen die Jungs von Aweebit. Sonst stände ihnen nur das Internet zur Verfügung, doch dank der Mall kämen sie an ein anderes Publikum heran. Sie sind mit dem Geschäftsgang sehr zufrieden. Roche ist froh, dass alles so locker läuft. «Wir sind alle motiviert, sehen die Dinge nicht zu ernst.» Als Jungdesigner gehe es halt nun einmal semiprofessionell zu und her.

Doch vom Semiprofi zum Profi scheint es nicht mehr weit zu sein: Das Container-Konzept hat sich bewährt und man ist auf Roche aufmerksam geworden. In Köln soll ein Ableger entstehen. «Ich würde auch gerne eine Mall in Porto aufstellen», sagt Roche. Doch vorläufig konzentriert er sich auf Basel - und auf ein Ausstellungs-Container-Projekt, womit er die Messe Schweiz überzeugt hat. Und er könnte hier auch noch hoch hinaus, bis auf neun Stockwerke.

Offen ist die «Young Designers' Mall»: Di/Mi 16-20 Uhr, Do/Fr 16-22 Uhr, Sa/So 12-20 Uhr. Interessenten können sich melden via sell@ydm.ch.