Jugendliche sollen spörteln statt drögeln

Jugendliche sollen spörteln statt drögeln

Jugendliche sollen spörteln statt drögeln

In Grenchen fand der Kick-off zum Jugendprojekt «Midnight» statt. Ab Herbst sollen Jugendliche jeden Samstagabend Sport treiben können. Infrage kommen die alte Nordbahnhofturnhalle und diejenige der Bezirksschule. Das Interesse am Informationsabend war aber gering.

Debora Scherrer

Das Projekt «Midnight» ist für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, die keinen Treffpunkt zur Verfügung haben, herumlungern, mit der Zeit nichts Gescheites anzufangen wissen. Entweder sind sie zu jung, oder das Geld reicht nicht, um in den Discos oder Bars zu sein. Die Folge davon ist oft, dass sie sich auf der Strasse treffen. Dabei entstehen Probleme mit Alkohol, Drogen oder Gewalt. Hinter «Midnight Grenchen» steckt die Idee, eine Turnhalle zu den Problemzeiten am Samstagabend zu öffnen. In der Halle können die verschiedensten Sportarten betrieben werden. Ein Tanzraum, Kiosk und Töggelikasten sind ebenfalls geplant. Chillen kann man in einer speziellen Erholungszone.

Jetzt gehts an Detailplanung

Der Kickoff in Grenchen soll als Startschuss verstanden werden. Diese Informationsveranstaltung fand am Mittwochabend statt. Der erste Kontakt von Projektkoordinator Markus Glaser und der Jugendkommission Grenchen fand bereits im April vor zwei Jahren statt. Diesen Juli sagte der Gemeinderat Ja zum Projekt. Nun wird die Planungsgruppe gegründet und mit neuen Mitgliedern ergänzt, damit die Detailplanung stattfinden kann. Helfer werden gesucht und eingearbeitet. Eingeladen waren sämtliche Stadtparteien, erschienen aber offenbar nur SVP und FDP. Richard Aschberger, Präsident der SVP Grenchen und Ersatzmitglied Jugendkommission, zeigte sich deshalb enttäuscht. «Nur zehn Personen waren anwesend. Traurig, wenn man bedenkt, wie viel Geld für dieses Projekt gesprochen worden ist.»

Am Samstag, dem 20. November, soll der Startabend stattfinden. Am Projekt finanziell beteiligt und am Kickoff vertreten ist und war die Stadtpolizei. Marc Hauser, Stadtpolizist, ist froh darüber, «dass den Jugendlichen ein Ort geboten wird, wo sie sich im geschützten Rahmen aufhalten können». Die Polizei wird zwischendurch vorbeischauen. Sie wollen jedoch nicht als Kontrollorgan fungieren. Welche Turnhalle zur Verfügung stehen wird, ist noch nicht abschliessend geklärt. Diese Themen sollen an der ersten Sitzung der Planungsgruppe entschieden werden. Infrage kommen die alte Turnhalle beim Nordbahnhof und die der Bezirksschule angegliederte Halle.

Alkohol- und Drogenverbot

Das Projekt «Midnight» wurde seit 1999 schon in zahlreichen Städten umgesetzt. Mittlerweile zählt es zu den meistbesuchten kostenlosen Sportangeboten, die nicht an eine Vereinsmitgliedschaft gekoppelt sind. Was als Versuch begonnen hat, ist heute eine Organisation mit 90 Mitarbeitenden. Ohne die engagierte Mitarbeit der jeweiligen Projektleiter, Coaches und Helfer wäre dies nicht möglich. Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist der Einbezug der Kinder und Jugendlichen.

Die Kriterien für die Durchführung eines solchen Projekts sind von der Dachorganisation, «Midnight Schweiz» vorgegeben. Die Anlässe müssen zum Beispiel wöchentlich durchgeführt werden und kostenlos sein. Die Jugendlichen dürfen unverbindlich vorbeischauen. Von denjenigen, die mithelfen, wird jedoch Zuverlässigkeit gefordert. Weiterhin ist die breite lokale Vernetzung wichtig. Es gibt klare Verhaltensregeln. So existiert ein striktes Alkohol-, Drogen- und Tabakverbot. Der gegenseitige Respekt wird laut den Organisatoren grossgeschrieben.

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