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Juden wollen sich sicherer fühlen

Die Israelitische Gemeinde Basel wird ihr Sicherheitssystem modernisieren

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Die Israelitische Gemeinde Basel wird ihr Sicherheitssystem modernisieren

Besichtigungen und Führungen stehen am «Europäischen Tag der jüdischen Kultur» vom nächsten Sonntag auch in Basel auf dem Programm. Dieser Tag gibt auch Anlass, über die Sicherheit der Basler Juden nachzudenken.

Esther Jundt

Am kommenden Sonntag findet in Europa und damit auch in der Schweiz der «Europäische Tag der jüdischen Kultur» statt. In Basel ist auf dem alten Jüdischen Friedhof in Hegenheim ein Rundgang geplant mit Erklärungen zu jüdischen Bräuchen. Zudem ist eine Führung auf dem israelitischen Friedhof an der Theodor-Herzl Strasse vorgesehen. Schliesslich öffnet das Jüdische Museum der Schweiz an der Kornhausgasse seine Tore.

Besonderes Dispositiv

Wie immer bei Anlässen mit jüdischer Beteiligung ist die Sicherheit ein Thema. Es gebe ein besonderes Dispositiv, sagte Klaus Mannhart, Mediensprecher im Basler Sicherheitsdepartement. Details will er logischerweise nicht sagen.

Anders als im Ausland werden die jüdischen Institutionen in der Schweiz nicht durch die Polizei bewacht. Hier absolviert sie nur routinemässige Kontrollgänge. Bei grösseren Anlässen ist die Polizei mehr oder weniger diskret vor Ort. Nur bei Besuchen von jüdischen Persönlichkeiten wird das Sicherheitsdispositiv mächtig hochgefahren.

Höheres Sicherheitsbedürfnis

Die israelitischen Gemeinden in der Schweiz müssen die Sicherheitsmassnahmen vor und in ihren Arealen und Synagogen selber organisieren und bezahlen. «Wir behandeln die Israelitische Gemeinde Basel wie andere Institutionen», sagte Mannhart. Es gebe keinen Unterschied zur Novartis oder BIZ. Bei der Israelitischen Gemeinde würden jedoch die polizeilichen Massnahmen der jeweiligen Bedrohungslage oder Gefährdungsstufe angepasst, wobei nicht die Basler Polizei diese Einschätzung vornimmt, sondern die zuständigen Bundesstellen.

Die Sicherheitsmassnahmen auf dem Areal der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) sind schon seit eineinhalb Jahren ein Thema. Auf dem Gelände befinden sich nebst der Synagoge auch das Gemeindehaus und ein Restaurant. Der Zugang zu diesen Liegenschaften ist relativ einfach.

Die Gemeindemitglieder wünschten eine Verbesserung des Sicherheitssystems, sagte IGB-Präsident Guy Rueff auf Anfrage. Es sei eine Modernisierung der bisherigen Systeme und eine bessere Zugangskontrolle beschlossen worden. Dies etwa nicht, weil es nennenswerte Zwischenfälle gegeben habe, sondern weil sich die Gemeindemitglieder sicherer fühlen wollen, sagte Rueff weiter.

Die neuen Massnahmen hätten bisher nicht realisiert werden können, weil rund zehn Prozent der Mitglieder noch weitergehende Verbesserungen forderten. Diese seien aber abgelehnt worden. Nun sollen die Sicherheitsmassnahmen auf dem Areal demnächst modernisiert werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 300 000 Franken und müssen von der Gemeinde berappt werden.

Massnahmen andernorts grösser

Details zu den Sicherheitsmassnahmen gibt es nicht. Sichtbar sein wird jedoch ein Gitter beim Haupteingang an der Leimenstrasse. Laut Rueff sind die Sicherheitsmassnahmen der israelitischen Gemeinden in anderen Schweizer Städten bedeutend grösser als in Basel.

Die Zusammenarbeit mit der Polizei sei in Basel die gleiche wie in anderen Kantonen. Auch dort gebe es keinen Wachdienst vor den Synagogen mit der Begründung, andere Kirchen müssten auch nicht bewacht werden. Es gebe in allen grösseren Städten schon lange Diskussionen mit der Polizei über deren Engagement. Die Basler Polizei verhalte sich gleich wie die Polizeien anderer Kantone, sagte Rueff weiter.

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