Kony 2012

Joseph Kony: So wird einer der schlimmsten Kriegsverbrecher gesucht

Der Trailer zum Video das seit drei Tagen die Welt bewegt: «Kony 2012» - Es geht darum den Rebellenführer von Uganda Joseph Kony berühmt zu machen um ihn so zu fassen.

Der Trailer zum Video das seit drei Tagen die Welt bewegt: «Kony 2012» - Es geht darum den Rebellenführer von Uganda Joseph Kony berühmt zu machen um ihn so zu fassen.

Im Netz sorgt die Kampagne «Kony 2012» für grosses Aufsehen. Der YouTube-Clip zur Kampagne erzielte innerhalb von drei Tagen über 32 Millionen Klicks. Das Projekt soll helfen Joseph Kony, einer der grössten Menschenverbrecher unserer Zeit zu fassen.

«‹KONY 2012› ist eine Kampagne, die darauf abzielt Joseph Kony berühmt zu machen. Doch Kony soll nicht gefeiert werden, sondern dingfest gemacht werden. Sein Fall soll zu einem Präzedenzfall für die internationale Justiz gemacht werden», so erklären die Macher ihr YouTube-Video, das innerhalb von drei Tagen 32 Millionen Mal angeklickt wurde.

In Uganda kennt Joseph Kony jeder. 99 Prozent der Menschen vom Rest der Welt dürfte der Name dagegen unbekannt erscheinen und dies wollen die Initianten ändern.

Der «unsichtbare» Joseph Kony

Seit 1987 ist Kony der Gründer und Kopf der «Lord's Resistance Army LRA» zu deutsch «Widerstandsarmee des Herrn». Die LRA führt seit mehr als zwanzig Jahren Krieg gegen die ugandische Armee. Unbestätigten Schätzungen zufolge soll die Rebellengruppe zwischen 30'000 und 60'000 Kinder entführt haben. Die Knaben werden zu Kindersoldaten und die Mädchen zu Sexsklavinen gemacht.

Genaue Zahlen über die Kindsverschleppung existieren nicht. Was dagegen bekannt ist, sind die Straftaten Konys. Nach fast 20 Jahren Terror wurden 2004 die Ermittlungen beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag eingeleitet. Der ausgestellte Haftbefehl nennt insgesamt 33 Anklagepunkte darunter 12 Punkte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie vorsätzliche Tötung, Vergewaltigung und Zwangsprostitution.

In weiteren 21 Punkten ist Kony wegen Kriegsverbrechen angeklagt, darunter fallen unter anderem grausame Behandlung von Zivilpersonen, vorsätzliche Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Anstiftung zur Vergewaltigung und Zwangsrekrutierung von Kindern.

«Invisible Children Inc.»

Im Jahr 2003 machten sich drei junge Filmemacher auf, um in Afrika den Genozid von Darfur zu dokumentieren. Doch dann entdeckten sie die Missstände in Uganda und wurden auf die LRA aufmerksam. Sie gründeten darauf im Jahr 2005 die Nichtregierungsorganisation «Invisible Children Inc.»

Im Oktober letzten Jahres konnte die Organisation einen grossen Erfolg feiern. Mit einer grossen Öffentlichkeitsarbeit gelang es ihnen, Tausende Menschen zu mobilisieren, um die amerikanische Regierung zu einem Schritt gegen die LRA und Joseph Kony zu bewegen.

So sandte der amerikanische Präsident Barack Obama im Oktober des letzten Jahres 100 US-Militärs nach Uganda, um die Armee von Uganda vor Ort zu beraten und zu unterstützen. Dies war das erste Mal in der Geschichte, dass die Vereinten Nationen eine solche Aktion durchführten, weil Menschen es forderten.

Einer der grössten Kriegs- und Menschenverbrecher unserer Zeit: Joseph Kony

Einer der grössten Kriegs- und Menschenverbrecher unserer Zeit: Joseph Kony

Die Kampagne

Doch Kony hat kürzlich seine Strategien geändert und es wurde noch schwieriger ihn aufzuspüren. Aufgrund dessen könnte ein Rückzug der US-Soldaten jederzeit erfolgen.

Um dies zu verhindern startete «Invisible Children» 2012 die Kampagne «Kony 2012». Sie wollen Joseph Kony berühmt machen, und so über seine schrecklichen Taten aufklären und möglichst viele Menschen rund um den Erdball zu mobilisieren. Das Vorhaben scheint zu gelingen. 

Das Video zu der Kampagne «Kony 2012» wurde auf Youtube innerhalb von drei Tagen über 32 Millionen Mal angeklickt und hat so das Interesse der Internationalen Medien geweckt. Die Facebook-Gruppe von «Invisible Children» hat inzwischen beinahe 2 Millionen Mitglieder.

Kritische Stimmen

So sehr die Kampagne «Kony 2012» die Herzen der Menschen berühren mag gibt es auch kritische Stimmen. Immer wieder wird die Spendenpolitik der Organisation hinterfragt. Dazu kommt, dass anscheinend die Arbeiten der Nichtregierungsorganisationen in Uganda ausgeblendet werden. Das Problem sei sicherlich nicht mit der Festnahme eines einzigen Mannes gelöst, so verschiedene Kritiker.

Sieht man über die kritischen Stimmen hinweg und denkt mehr daran, dass sich «Kony 2012» einem Thema annimmt, welches gerade in den westlichen Medien oft vergessen geht, ist die Kampagne ein unglaublicher Erfolg. Das Ziel, die Menschen auf der ganzen Welt zu mobilisieren und das Thema Joseph Kony und seine schrecklichen Taten in die Öffentlichkeit zu rücken scheint zu funktionieren.

Hier das ganze Video von «Invisible Children Inc.»:

Kony 2012

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