Psychiatrie
Jobangst treibt Aargauer zum Psychiater

Die Wirtschaftkrise produziert jetzt Lebenskrisen. Die wirtschaftlich rauen Zeiten machen den Aargauerinnen und Aargauern zu schaffen. Die Furcht um den Arbeitsplatz treibt viele zum Psychiater. Auch in den externen psychiatrischen Dienst der Klink Königsfelden in Windisch.

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Psychiater muss vermehrt helfen

Psychiater muss vermehrt helfen

Keystone

Noch kein Anstieg bei Psycho-Medis

Bei der IMS Health, dem weltweit führenden Anbieter von Marktinformationen für die Pharma- und Gesundheitsindustrie, klingt es anders. «Wir führen dieses Gespräch mindestens ein Jahr zu früh», führt Gregor Pfister, Senior Manager bei der IMS Health, aus. Die Absatzzahlen des 3. und 4. Quartals 2009 würden es nicht bestätigen, dass es momentan eine Zunahme bei den Antidepressiva und Stimmungsaufhellern gebe, sprich das die Krise jetzt schon aufs Gemüt der Bevölkerung schlage. Aber es gäbe Hinweise, dass der Privatkonsum der bislang eine Stütze der Schweizer Volkswirtschaft in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise war, wegbricht. Ob die schlechtere Konsumentenstimmung dann auf den Antidepressivamarkt durchdrückt ist Vorderhand reine Spekulation. «Es dauert mindestens noch ein Jahr bis sich das in unseren Daten ablesen lässt», so Pfister gegenüber a-z.ch.

Beim externen psychiatrischen Dienst Aargau sind die Fallzahlen zwar hoch, ein massiver Anstieg ist aber nicht zu verzeichnen. In anderen Schweizer Kantonen nehmen die Fallzahlen in allen Bereichen der Psychiatrie zu. Krankheitsbilder wie Depressionen, Angst- und Suchterkrankungen werden immer häufiger. Dies bestätigte Alexander Zimmer, Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste im Kanton Baselland gegenüber der Aargauer Zeitung. Besonders prekär ist die Situation in der Stadt Luzern. Das Ambulatorium der Psychiatrie der Stadt Luzern führt bereits eine Warteliste, Patienten werden einen Monat vertröstet, wie die Sendung «Schweiz Aktuell» berichtete. Auch hier liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Zunahme mit wirtschaflichen Ängsten zu tun haben könnte.
(pat)