«Hundeflüsterer»

Jetzt prüft das Veterinäramt den Auftritt von Hundebändiger Millan

Das Veterinäramt will klären, ob es für den Auftritt von Cesar Millan eine Bewilligung braucht.

Das Veterinäramt will klären, ob es für den Auftritt von Cesar Millan eine Bewilligung braucht.

Der Auftritt des umstrittenen TV-Hundetrainers Cesar Millan im Hallenstadion wird zum Fall für das Zürcher Veterinäramt. Dort hat man sich mit Millans Methoden auseinandergesetzt und prüft nun, ob der Anlass bewilligungspflichtig ist.

Der Widerstand gegen den Auftritt des US-Hunde-TV-Stars Cesar Millan am 3. Oktober im Zürcher Hallenstadion hat eine neue Dimension erreicht: Nebst den Diskussionen über dessen umstrittene Methoden sowie den ethischen und wissenschaftlichen Einwänden gesellt sich neu der gesetzliche Aspekt dazu: Das Veterinäramt des Kantons Zürich wird die Bewilligungspflicht und auch die Rechtmässigkeit dieses öffentlichen Auftritts prüfen.

Die Frage steht also im Raum, ob der Anlass überhaupt durchgeführt werden darf beziehungsweise ob der Veranstalter, die ABC Production AG dazu eine Bewilligung erhält.

Kantonstierärztin Regula Vogel ist sich bewusst, dass die Diskussionen über Millan inzwischen eine breite Öffentlichkeit erfasst haben. Dennoch ist nicht klar, ob die Show, an der Millan auch mit Hunden arbeiten will, überhaupt eine Bewilligung benötigt. «Wir klären den Sachverhalt genau ab und prüfen auch, was der Auftritt beinhaltet», sagt Vogel.

Tierschutz muss eingehalten werden

Aufgrund der konkreten Beschreibungen prüfe man die Bewilligungspflicht als Werbung. Dazu Vogel: «Eine Ablehnung der Bewilligung ist möglich, wenn die Tierschutzvoraussetzungen nicht erfüllt sind.»

Beim Zürcher Veterinäramt, wo man sich offensichtlich mit den Methoden von Millan inzwischen auseinandergesetzt hat, geht man noch weiter: «Auch wenn es sich herausstellt, dass die Bewilligungspflicht nicht gegeben ist, werden wir die Tierschutzkonformität prüfen und den Veranstalter auf die Einhaltung der Mindestnormen im Umgang mit Hunden hinweisen», erklärt Regula Vogel. «In jedem Fall werden wir den Auftritt überwachen und das Notwendige bei Verstössen gemäss Tierschutzgesetzgebung tun.»

Produktionsfirma wartet Bewilligung ab

In einen Clinch geraten ist auch die ABC Production AG, Veranstalterin des Events im Hallenstadion, wo man sich bislang weder Gedanken über den Millan-Event gemacht noch Erkundigungen über seine Methoden eingezogen hat. Dort gibt man sich darum sehr zugeknüpft: «Wir kommunizieren erst, wenn wir eine Antwort auf unsere Bewilligungseingabe vom Veterinär-Amt haben», sagt die Sprecherin der ABC Production AG.

Kampf um Millan-Videos im Internet

Der Kampf des Millan-Management hat sich bis jetzt nur aufs Internet konzentriert. Der Widerstand gegen die zum Teil tierquälerischen Methoden Millans sind vor allem aus dem Internet bekannt. Die Initianten der Gruppe «für gewaltfreies Hundetraining» machen in einem Positionspapier auf die schädlichen und teils gefährlichen Auswirkungen aufmerksam und haben darum mehrere Links auf Internet-Videos publiziert.

Links mit Videoaufnahmen, in denen Millan Hunde mit Elektroschock, Würgeleine oder Fusstritten «behandelt», werden offensichtlich von seinem Management immer wieder vom Netz entfernt. Doch sie werden von seinen Kritikern innert Kürze wieder unter einem andern Titel wieder ins Internet gestellt.

(Quelle: Youtube / saranebe)

Show down with Holly slow motion

Initianten haben Behörde wach gerüttelt

Dass die Erfordernis einer Bewilligungspflicht und auch ein mögliches Verbot wegen nicht Einhaltens der Verordnung des Tierschutzgesetzes überhaupt geprüft werden, ist zweifellos auf die Intervention der Initianten für «gewaltfreies Training mit Hunden» gewesen. Diese haben auch das Zürcher Veterinäramt als mögliche Bewilligungsinstanz angeschrieben.

Die Methoden, mit denen Millan in seinen TV-Sendungen operiert, verstossen bekanntlich gegen europäische Tierschutzgesetze. Aus diesem Grund stösst der Exil-Mexikaner in den meisten Ländern Europas auf Widerstand. Aber auch in den Vereinigten Staaten verurteilen Verhaltensbiologen, Ethologen und andere Fachleute seine Methoden. Dennoch hat er eine ansehnliche Fangemeinde hinter sich, die den «Leader of the pack» - wie er sich selber als Rudelführer der Hunde bezeichnet - und sein Dominanz-Gebaren gegenüber den Vierbeinern verehrt.

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