Jana Fehrensen

Zehn Jahre lang engagierten sich Freiwillige des Oberaargauer Vereins zur Begleitung Schwerkranker (OVBS) für schwerkranke Patienten. Bei Bedarf standen sie den Patienten und deren Angehörigen zur Seite. Die Gründung des OVBS entstand aus der Erkenntnis, dass Schwerkranke und Sterbende mehr als nur eine professionelle medizinische Versorgung benötigen. Sie sind neben ihrer Hilflosigkeit der Krankheit gegenüber oft auch Ängsten, Zweifeln und Fragen ausgeliefert. Das Ziel des OVBS war, die Patienten und ihre Angehörigen in den schweren Stunden nicht alleine zu lassen.

Demissionen im Vorstand

Vergangenen Montag wurde der OVBS allerdings an der ausserordentlichen Hauptversammlung aufgelöst. Der Grund dafür sei nicht etwa ein Mangel an Nachfragen, sagte die Präsidentin des Vereins, Christine Lerch. Die angebotene Dienstleitung sei mehr denn je gefragt. In den vergangenen Jahren habe der Verein 8000 Einsatzstunden geleistet und mehr als 250 Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens Halt und menschliche Wärme gegeben.

Bereits an der ordentlichen Hauptversammlung im April letzten Jahres äusserte Präsidentin Christine Lerch ihren Wunsch, nach der abgeschlossenen Aufbauphase das Vereinspräsidium Ende 2009 abgeben zu wollen. Weitere Demissionen aus dem Vorstand und der Einsatzleitung folgten. Die Schwierigkeiten bei der Nachfolgeregelung und die neuen Entwicklungen im Bereich der so genannten palliativen Betreuung gaben den Ausschlag, sich nach einer neuen Lösung umzusehen.

Der Vorstand fand in den Spitex-Diensten Langenthal und Umgebung einen passenden Partner, der den Begleitdienst nahtlos weiterführen wird. Sigrun Kuhn von den Spitex-Diensten Langenthal und Umgebung zeigte den 25 Anwesenden konkret auf, wie die freiwilligen Begleiter in der Zukunft betreut werden. Die Spitex-Dienste werden dabei die organisatorische und administrative Seite übernehmen. Für die freiwilligen Begleiter ändert sich nichts.

Vermögen geht an Spitex

Für die Überführung der Dienstleistung in die Spitex-Dienste Langenthal sei aber eine Auflösung des Vereins notwendig, sagte eine sichtlich bewegte Christine Lerch. Die Versammlung stimmte dem Antrag des Vorstandes mit nur einer Enthaltung zu. Das verbleibende Vereinsvermögen von mehr als 33 000 Franken wird an die Spitex-Dienste Langenthal und Umgebung überführt und ist dafür bestimmt, die Begleitdienste weiterzuführen.

Aus den Wortbeiträgen der Anwesenden war zwar eine gewisse Wehmut zu verspüren, aber auch Zuversicht, dass der eingeschlagene Weg richtig sei - und auch der Wille, sich weiterhin in der Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden zu engagieren. Der Oberaargauer Verein zur Begleitung Schwerkranker ist aufgelöst, doch dank des umsichtigen Handelns des Vorstandes lebt die Dienstleistung weiter.