Jetzt hat das Schloss Liebegg auch eine Sage

Jetzt hat auch das Schloss Liebegg in Gränichen seine Sage. Sie wurde von Auwer Kindern geschaffen, welche sie auch in einem Theater am Mittelalterfest auf dem Schloss aufführen werden. Das Fest findet vom 20. bis 22. August statt.

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Liebegg-Sage ist aus dem Freiamt

Liebegg-Sage ist aus dem Freiamt

Aargauer Zeitung

Eddy Schambron

Ein Schloss ohne Sage? Irgendwie ist das undenkbar. Das Schloss Liebegg in Gränichen ist ein solches. Oder besser gesagt: war eines. Denn jetzt hat auch dieses Schloss seine Sage. Die Auwer
5. Klasse mit den Lehrkräften Susanne Portmann und Marlies Steffen hat auf einer Reise das Schloss erkundet und wurde inspiriert, Sagen zu erfinden. 24 Sagen kamen so zusammen. Claudia Santini, Praktikantin in Museumspädagogik und Kulturvermittlung (Kuverum), hat die Kinder nicht nur mit dem Schloss und seiner Umgebung vertraut gemacht, sie ist auch die Initiantin und hat die Projektleitung für dieses Theater. Aus den 24 Geschichten hat sie einen Entwurf für die Sage verfasst. Portmann wiederum schrieb ihn in ein Theaterstück um und Brigitte Brun, Lehrerin der 1. Klasse in Auw und auch Schauspielerin, übt das Stück mit den Fünftklässlern ein.

20. bis 22. August: Mittelalterfest

Auf 14 Schauplätzen herrscht mittelalterliches Treiben mit über 180 Showblöcken, 250 mittelalterliche Darsteller unterhalten die Zeitreisenden mit ihrem Können. Es gibt den «Hoftag» mit Gaukelei, Gerichtsszenen und Kinderaktivitäten, die «Heerlager» mit Katapult, Kanonen und Schwertkämpfern, den «Wettkampfplatz» mit mutigen Kämpfern und edlen Hofdamen , den «Mittelaltermarkt» mit 80 Händlern und Handwerkern, Workshops, Speis und Trank sowie Konzerte mit Spielleuten, Minnegesang und magischen Klängen von Faun zu erleben. In den Sandsteinhöhlen der Ortsbürgergemeinde Aargau bieten Handwerker und Mittelalterkenner verschiedenste Workshops an.

Der Eintritt kostet pro Tag 20 Franken für Erwachsene, 5 Franken für Kinder von 7 bis 16 Jahre, für Kinder unter 7 Jahre ist der Eintritt gratis. Der Festpass für 3 Tage kostet 50 Franken und ist nur im Vorverkauf erhältlich. (Hüssy AG, Mitteldorfstrasse 10, Gränichen; Bäckerei
Steiner, Dorfstrasse 30, Teufenthal; Bestellung per Mail an mathias.bigler@bluewin.ch mit Einzahlung von Fr. 50.- an Mittelalterfest Schloss Liebegg, Gränichen, Postcheckkonto 85-686625-5. Der Festpass wird anschliessend zugestellt.
Weitere Informationen zum Fest: www.mittelalterliebegg.ch. (az)

Viel Zeit bleibt den Auwer Kindern nicht. «Wir führen das Theater am Freitag, 20., und Samstag, 21. August, jeweils um 22 Uhr am Mittelalterfest auf. Bis dahin gibt es noch viel zu tun», fasst Susanne Portmann zusammen. Die Kostüme sind noch nicht vorhanden und müssen teilweise selber hergestellt werden. Kommt hinzu, dass die Sommerferien vor der Tür stehen und die Fünftklässler anschliessend nicht mehr in der gewohnten Zusammensetzung zur Schule gehen. «Das Mitmachen ist freiwillig», macht Portmann klar, «von den 24 Schülerinnen und Schülern haben sich 21 für die Mitarbeit entschieden. Sie sind sehr engagiert dabei.» Engagiert sind auch die Lehrerinnen, «echte Teamarbeit», wie sich Portmann ausdrückt. Wenn beispielsweise Brigitte Brun mit den Fünftklässlern das Theaterstück einstudiert, unterrichtet Marlies Steffen die Erstklässler.

Die Liebe siegt

Vor langer, langer Zeit lebte die Schlossfamilie auf der Liebegg. Ihre Tochter Rosa war so hässlich, dass sie im Turm versteckt gehalten wurde. Rosa war von den Gränichs, drei garstigen Gesellen, zu ihrer Hässlichkeit verwunschen worden. Als Rosa eines Tages aus dem Turm entweichen kann, gelangt sie zum Wunschbrunnen, der ihr rät, einen Kuchen zu backen und damit in den tiefen Wald zu gehen. Dort trifft Rosa auf die Gränichs. Weil sie so hässlich sind, können sie einander in die Herzen sehen. Rosa und ein Gränich verlieben sich, das Schloss
Liebegg zerfällt bei einem Erdbeben, aber die beiden Liebenden bauen es wieder auf. Die anderen zwei Gränichs leben in der Trostburg.

Das wird jetzt von den Freiämter Kindern auf die Bühne gebracht. «In Gränichen fand sich keine Schulklasse, die noch Zeit für das Erfinden einer Sage und das Theaterstück gefunden hätte», weiss Portmann, die mit der Organisatorin des Mittelalterfestes, Sabine Grossrieder, befreundet ist. «Bei ihrer Anfrage, hier einzuspringen, sagten wir spontan zu.» Und so kommt es, dass das Schloss Liebegg von nun an eine Sage aus dem Freiamt besitzt.

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