Jeden Tag arbeiten, wie alle anderen auch

Seit Anfang März sind zwei Werkgruppen der Stiftung Schürmatt in Gontenschwil im Gebäude der Firma Neogard untergebracht. Der neue Ort bringt für die Arbeitsabläufe viele Vorteile.

Merken
Drucken
Teilen
Jeden Tag arbeiten, wie alle anderen auch

Jeden Tag arbeiten, wie alle anderen auch

Peter Siegrist

Ein neues Schild weist darauf hin: In zwei Gebäuden auf dem Areal der Neogard in Gontenschwil hat die Schürmatt Werkstätten mit geschützten Arbeitsplätzen eingerichtet. «Der Einzug ins Industrieviertel bringt uns neue Möglichkeiten», sagt Markus Meier, Leiter Geschäftsbereich Erwachsene der Schürmatt. Für die Industriearbeiten wie Etikettieren, Kuvertieren von Massensendungen oder das Abpacken von Kleinprodukten stehen am neuen Ort grosszügige Arbeitsplätze zur Verfügung.

Ganz positiv für die Betriebsabläufe seien die grossen Lagerräume und die direkte Zufahrt für Lieferwagen, erklärt Werkstattleiter Daniel Andermatt. Die Neograd vergibt selber Arbeiten an die Werkgruppe, da sind die kurzen Wege innerhalb des Gebäudes praktisch. In einem separaten Raum geht es etwas lauter zu. Eine Frau und ein Mann wägen Ziersteine für Balkongärten und Töpfe ab und füllen sie in Plastiksäcke ab. Das braucht Stapel-Platz. In einem anderen Raum sind vier Frauen daran, Etiketten auf Flaschen mit Vitamindrinks zu kleben. «In der Regel sind fünf bis sieben Mitglieder der Werkgruppe im Innenraum am Arbeiten», sagt Andermatt.

Gartenunterhalt und Holz

Fünf weitere Klienten gehören der Gartenbaugruppe an und sind fürs Gröbere zuständig. Sie unterhalten und pflegen Gärten und Umgebungen von Privathäusern wie auch von Firmen. Ein weiteres Angebot dieser Gruppe ist das Rüsten, Fräsen und Spalten von Brennholz. Interessierte Kunden können ihre Bestellungen sogar via Internet aufgeben und erhalten die bestellten Scheiter geliefert.

Die Gartengruppe profitiert ebenfalls von den grosszügigeren Räumlichkeiten und Zufahrtmöglichkeiten in Gontenschwil, hat sie doch zum Teil auch Fahrzeuge und schwere Geräte im Einsatz.

Die geschützten Arbeitsplätze werden vom Kanton subven-tioniert. Die Arbeitenden stehen in einem vertraglich geregelten Arbeitsverhältnis, sie werden betreut und entlöhnt. Das System funktioniert nur, weil sich immer Firmen finden, die geeignete Arbeiten auslagern und der Schürmatt übergeben.

Für Jugendliche mit leichten Behinderungen besteht das Angebot einer praktischen Ausbildung, einer von der IV subven-tionierten Anlehre. Zusätzlich bietet die Schürmatt auch inte-grative Massnahmen an.

Diese Programme richten sich zum Beispiel an Langzeitarbeitslose, an Leute, die an einem Burnout erkrankten. Hier ist das Ziel klar: Die Menschen sollen möglichst bald wieder regulär arbeiten können. In der Schürmatt erhalten sie die Möglichkeit, langsam in einen strukturierten Arbeitsablauf hineinzu- wachsen, und dies, ohne gleich überbelastet zu werden.