Jahrelanger Erbstreit in Deutschland endet mit Blutbad

Bei einer Schiesserei in Landshut wurde mindestens eine Person getötet

Landshut

Bei einer Schiesserei in Landshut wurde mindestens eine Person getötet

Ein seit Jahren schwelender Erbstreit in einer Familie in Deutschland hat am Morgen blutig geendet: In einem Landgericht erschoss ein 60-Jähriger Mann seine Schwägerin und verletzte zwei Menschen. Anschliessend richtete er sich selbst.

Die Tat ereignete sich am um 10.15 Uhr in einer Verhandlungspause eines Zivilverfahrens über einen Erbstreit. Auf dem Gang vor dem Verhandlungssaal kam es zu einem Streit, sagten Polizei und Staatsanwaltschaft der bayrischen Stadt Landshut an einer Medienkonferenz.

Der Täter habe schliesslich "unvermittelt" eine Waffe gezogen und mit einem Schuss die 48-jährige Frau so schwer verletzt, dass sie noch im Gerichtsgebäude verstorben sei. Danach schoss er auf einen Rechtsanwalt, den er schwer verletzte. Eine weitere Schwägerin traf er in den Arm. Schliesslich nahm sich der Mann in einem Nebenraum mit einem Kopfschuss selbst das Leben.

Als Motiv geht die Polizei von einem Erbstreit innerhalb einer Famile aus. Dieser hatte bereits zu mehreren Prozessen geführt. Dabei geht es um ein Erbe in der Höhe von über 100 000 Euro, um das sieben Geschwister und ihre Ehepartner seit 1990 ringen.

Der Täter, ein verheirateter Koch aus Niederbayern, schoss den Angaben zufolge mit einem Revolver der Marke Smith & Wesson. Insgesamt habe er für drei Waffen eine Berechtigung gehabt. Er war seit rund 40 Jahren Mitglied in einem Schützenverein.

Nach der Schiesserei präsentierte ein Verwandter einen angeblichen Abschiedsbrief des Todesschützen. Bei der Polizei hiess es dazu, man müsse noch klären, ob es sich bei dem Schriftstück um ein authentisches Schreiben des Schützen handle. Der Schreiber beklagt sich über einen angeblich jahrzehntelangen Terror seiner Verwandten und über jahrelange rechtliche Streitereien.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sprach in Berlin von einer "unbegreifbaren Tat". Er kündigte an, der Freistaat werde sich nach der Osterpause mit dem Waffenrecht beschäftigen. Die Tat löste in Deutschland eine Diskussion um die Sicherheit der Gerichte aus.

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