Wohlen
Jäger schiessen im Wald nicht nur Wildtiere

Die Jagdgesellschaft Lindenberg-Muri zeigt Schülerinnen und Schülern, dass die Jäger viele Aufgaben zum Schutz der Natur und des Wildbestandes übernehmen.

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Jagdtag

Jagdtag

Aargauer Zeitung

Eddy Schambron

Es braucht die Jagd und die Jäger. Das weiss jedes Kind - jedenfalls diejenigen, die am Wald-Wild-Tag der Jagdgesellschaft Lindenberg-Muri teilgenommen haben. Es waren über 300 Kinder, die die fünf Posten im Wald besuchten.

Zwar waren Füchse und Hasen nicht auf freier Wildbahn zu sehen. Aber als Präparate standen sie zur Verfügung, um die Ausführungen der verschiedenen Jäger zu illustrieren. Dabei gab es Erstaunliches für die aufmerksamen jungen Zuhörerinnen und Zuhörer zu erfahren. Etwa dass der Fuchs heute längst nicht nur im Wald zu Hause ist, sondern in jedem Dorf. Selbst in der Stadt Zürich soll es rund 500 Füchse geben. Und nicht der Jäger ist des Fuchses Tod, sondern der Automobilist. Die meisten Füchse kommen nämlich bei Kollisionen mit Autos ums Leben. Im Revier des Jagdgesellschaft Lindenberg-Muri sind es allein 30 bis 35 Füchse jedes Jahr, dazu 8 bis 10 Rehe, wie Anton Brogle erklärte.

Fünf verschiedene Posten

An fünf Posten wurden die Kinder mit verschiedenen Aspekten der Jagd, aber auch der Natur bekannt gemacht. So wurden etwa die zahlreichen Vögel, die im Wald leben, vorgestellt. Sie pfeifen nicht nur zur Freude der Menschen, sondern auch zum Markieren des Reviers, zur Warnung oder zur Anlockung von Weibchen. Die Lebensbedingungen von Rehen und Hasen waren genauso ein Thema wie die verschiedenen Waldpflanzen, die von Förster Beat Bosshard vorgestellt wurden. An einem weiteren Posten wurde das Brauchtum der Jagd gezeigt. «Der Jäger hat den Auftrag, sich für die Erhaltung und Verbesserung des Lebensraumes des Wildes zu engagieren. Er muss sich also als Anwalt für das Wild einsetzen», hatte Brogle bei der Begrüssung der Kinderschar aus Muri, Buttwil und Geltwil bei der Maiholz-Hütte in Muri betont. An den verschiedenen Posten wurde deutlich, was das konkret bedeutet.

Neben einem Zvieri gab es schliesslich auch eine Hundevorführung. Die Schweisshunde kommen dort zum Einsatz, wo beispielsweise ein Reh bei einer Autokollision verletzt in den Wald zurückrennt. Der Hund stöbert das Reh auf, damit es der Jäger von seinen Schmerzen durch einen Schuss erlösen kann.

Viele Fragen

Es ist nicht so, dass an solchen Wald-Wild-Tagen die Jäger einen Monolog vor den Schülerinnen und Schülern halten. Zu zahlreich sind die Fragen, die auf der Zunge brennen. Und zu spannend selber gemachte Erlebnisse im Wald und mit wilden Tieren, um sie nicht zu erzählen. Die Jagdgesellschaft Lindenberg-Muri führt diese Tage seit 1991 alle drei Jahre durch, abwechselnd mit den 1.- und 2.-Klässlern und mit den 3.-, 4.- und 5.-Klässlern. «So erreichen wir in der Primarschulzeit jedes Kind und können es auf den Sinn der Jagd aufmerksam machen», sagt Brogle.

«Jäger helfen schützen»

Er und seine Kameraden wollen denn auch betonen, dass Jäger nicht nur schiessen. Zu den Jägerpflichten gehören Wildbeobachtungen, Regulation der Wildbestände, Gesundheits- und Fallwildkontrollen, Wildfütterung in Notzeiten oder Kitzrettung während der Setzzeit. «Das ist gerade jetzt wieder aktuell», weiss Anton Brogle. «Wir bitten die Bauern, vor dem Mähen uns zu rufen, damit Rehkitze gerettet werden können.» Zur Arbeit der Jäger gehören schliesslich Revier- und Hegearbeiten wie die Aufwertung oder der Schutz und Aufbau von natürlichen Lebensräumen für die Wildtiere. «Jäger helfen schützen» lautet denn auch das Leitmotiv, das sich der Aargauische Jagdschutzverein gegeben hat.

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