IV-Rentner hatte kiloweise Hanf angebaut

An exponierter Stelle gut versteckt: In dieser Liegenschaft in Etzgen hatte der Schwaderlocher IV-Rentner seine Hanfplantage. (sha)

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An exponierter Stelle gut versteckt: In dieser Liegenschaft in Etzgen hatte der Schwaderlocher IV-Rentner seine Hanfplantage. (sha)

Ein IV-Rentner (55) aus Schwaderloch hatte in Etzgen eine grosse, geschickt versteckte Indoor-Hanfplantage – bis es ein Familienangehöriger meldete. Die Nachbarn und der Vermieter hatten nie etwas davon bemerkt.

Silvan Hartmann

Der 55-jährige IV-Rentner hatte zusammen mit seiner 51-jährigen Partnerin in einer exponierten Liegenschaft in Etzgen eine professionell eingerichtete Indoor-Hanfplantage angelegt. Dabei musste das Pärchen geschickt vorgegangen sein. Denn sowohl der Vermieter wie auch die Anwohner bemerkten nie etwas vom Treiben des IV-Rentners. «Ich wohne seit Jahren hier in der Nähe, aber mir ist nie etwas aufgefallen. Ich bin erstaunt, dass so etwas in einem kleinen Ort wie Etzgen passieren kann», sagte eine 30-jährige Passantin. Auch der Vermieter kann es kaum glauben, dass über Jahren hinweg in seiner Liegenschaft Hanf angebaut wurde. Der IV-Rentner hatte den extra dafür gemieteten Raum im Untergeschoss perfekt abgedichtet: «Vor rund zwei Jahren war die Grenzwache hier, die Drogenhunde trainierte. Die mussten in Autos absichtlich versteckte Drogen finden. Doch selbst die Hunde merkten nichts», sagte der Vermieter gegenüber Tele M1 erstaunt.

Aus der Ernte stellte der in Schwaderloch wohnhafte IV-Rentner mehrere hundert Kilogramm Marihuana her und brachte es in Umlauf. Jetzt ist die Kantonspolizei Aargau nach intensiven Ermittlungen dem Pärchen auf die Spur gekommen. Dieses verbrachte bereits Anfang Jahr vier Wochen in Untersuchungshaft. Bei Hausdurchsuchungen konnte die Polizei in Verstecken rund 175 000 Franken Bargeld sicherstellen. Zudem besass das Pärchen luxuriöse Fahrzeuge im Gesamtwert von mehreren hunderttausend Franken. Den beiden Personen wird zur Last gelegt, diese Fahrzeuge mit dem Erlös aus dem illegalen Hanfhandel finanziert zu haben.

Hohe Energiekosten

Damit die vielen Hanf-Pflanzen im dunklen Raum genügend Licht hatten, installierte der Schwaderlocher UV-Licht. Dieses benötigt überdurchschnittlich viel Strom. Dass in diesem Raum plötzlich wieder überdurchschnittlich viel Strom benötigt wurde, fiel der zuständigen Elektra-Genossenschaft Mettauertal (EMU) nicht auf. «Diese Liegenschaft geht unter die Gewerbekundschaft. Da fällt es nicht auf, ob nun mal mehr oder weniger Strom gebraucht wird», sagt EMU-Betriebsleiter Urs Ipser. Wird in einem stillgelegten Gebäude plötzlich viel Strom benötigt, läuten bei Drogen-Ermittlern die Alarmglocken. Die Hanfplantage von Etzgen soll aber nicht wegen des Stroms aufgeflogen sein. «Ein Familienangehöriger des IV-Rentners hatte die Polizei informiert», sagte der Vermieter dem Tele M1 weiter.

Die Kantonspolizei hat das Ermittlungsverfahren abgeschlossen und die Akte dem Bezirksamt Laufenburg übergeben. Dem IV-Rentner und seiner 51-jährigen Partnerin drohen gemäss Regionalpolizei Laufenburg Freiheitsstrafen zwischen einem und drei Jahren.

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