Jagd auf Steuersünder

Italien installiert «Geld-Radar» an der Grenze zur Schweiz

Vertreter der italienischen Finanzpolizei (Archiv)

Vertreter der italienischen Finanzpolizei (Archiv)

Italien hat zur Jagd auf Steuersünder geblasen. Die Grenzübergänge zur Schweiz werden in den nächsten Monaten rund um die Uhr mit speziellen Infrarotkameras überwacht. Damit will die italienische Finanzpolizei illegalen Geldtransporteuren auf die Schliche kommen.

Ein "autovelox fiscale" genanntes Fahrzeug soll die Schmuggler überführen. Spezielle, auf einem Lieferwagen installierte Kameras registrieren täglich rund um die Uhr die Nummernschilder von sämtlichen Italienern, die in die Schweiz einreisen.

Ein zentraler Computer wertet die Daten aus. Bei Personen, die von der "Guardia di Finanza" der Steuerhinterziehung oder anderer Finanzdelikte verdächtigt werden, löst der Computer automatisch Alarm aus.

Um nicht gegen das Gesetz zum Schutz der Privatsphäre zu verstossen, werden die Daten nach spätestens 15 Tagen wieder gelöscht. Zudem wird an den Grenzübergängen mit Hinweisschildern auf die Big-Brother-Methode aufmerksam gemacht.

Der erste Apparat wurde in Ponte Chiasso eingerichtet, wo erfahrungsgemäss die meisten Vermögenswerte beschlagnahmt werden, wie die italienische Finanzpolizei in einem Communiqué mitteilte.

So wurden dort in diesem Jahr gefälschte US-Staatsanleihen im Wert von 100 Millionen respektive 134 Milliarden Dollar konfisziert. Dazu spürten die Zöllner noch - ebenfalls gefälschte - japanische Staatsanleihen im Wert von 14 Billiarden Euro auf. Auch der Schmuggel mit Bargeld und echten Wertpapieren floriert an der italienischen Grenze.

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