Familie Brader
«Isch es noch wiit?»

Mit Kindern unterwegs kann ganz schön anstrengend sein. «Isch es no wiit?» ist eine Frage, die alle Eltern schon mehrmals gehört haben. Blöd ist's nur, wenn die Vorzeichen dann mal umgekehrt sind - und die Mutter diese Frage stellt...

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Brader Weltreise

Brader Weltreise

Brader Family

Evelyne Brader

Die Braders Eine Familie, die ein ganzes Jahr zusammen auf Weltreise geht, ist speziell, keine Frage. Chef-Weltreisender ist Vater Reto, 44. Er arbeitete bereits längere Zeit im Ausland, unter anderem für Hewlett Packard im kanadischen Edmonton, wo auch die beiden Söhne zur Welt kamen. Reto ist Ingenieur der Elektrotechnik und führt einen MBA-Titel. Zuletzt hat er als General-Manager den Marktaufbau für Pixelmetrix in Europa und Asien geleitet. Mutter Evelyne, 38, ist Künstlerin und Galeristin und kommt aus Würenlos. Sie ist ausgebildete Bildhauerin und verkuaft ihre Arbeiten über führende Galerien. Andrin feierte seinen 13. Geburtstag auf der Queen Mary 2. Er steht auf Robbie Williams, Mr. Bean und Spongebob. Roman ist mit 11 das jüngste Familienmitglied, findet den kleinen Nils toll und spielt selber gerne Fussball - oder auch mal eine Schneeballschlacht. Die Reise kann auf verschiedenen Kanälen mitverfolgt werden: auf a-z.ch schreibt Evelyne Brader exklusiv von ihrer Reise. Und auf ihrer Website publizieren die Braders viele Fotos - und je ein persönliches Tagebuch.

Die Braders Eine Familie, die ein ganzes Jahr zusammen auf Weltreise geht, ist speziell, keine Frage. Chef-Weltreisender ist Vater Reto, 44. Er arbeitete bereits längere Zeit im Ausland, unter anderem für Hewlett Packard im kanadischen Edmonton, wo auch die beiden Söhne zur Welt kamen. Reto ist Ingenieur der Elektrotechnik und führt einen MBA-Titel. Zuletzt hat er als General-Manager den Marktaufbau für Pixelmetrix in Europa und Asien geleitet. Mutter Evelyne, 38, ist Künstlerin und Galeristin und kommt aus Würenlos. Sie ist ausgebildete Bildhauerin und verkuaft ihre Arbeiten über führende Galerien. Andrin feierte seinen 13. Geburtstag auf der Queen Mary 2. Er steht auf Robbie Williams, Mr. Bean und Spongebob. Roman ist mit 11 das jüngste Familienmitglied, findet den kleinen Nils toll und spielt selber gerne Fussball - oder auch mal eine Schneeballschlacht. Die Reise kann auf verschiedenen Kanälen mitverfolgt werden: auf a-z.ch schreibt Evelyne Brader exklusiv von ihrer Reise. Und auf ihrer Website publizieren die Braders viele Fotos - und je ein persönliches Tagebuch.

Ich erinnere mich noch gut an die Tage, als unsere Buben klein waren und wenn wir auf einen mittellangen Spaziergang der Reuss entlang gingen, sie kurz nach Beginn des Marsches die Frage stellten: „Isch's no wiit?" Die Frage wurde dann alle drei Minute wiederholt, zur Belustigung der Eltern. Sollte der erste Fragesteller sie einmal vergessen haben, so füllte der zweite die Lücke sofort.

Ein grosser Vorteil, die Reise mit Buben im Alter unserer zu machen, ist, dass sie gut Wandern können. Manchmal etwas zu gut.

Die letzten Tage haben wir einige Stunden im Fahrzeug verbracht und grosse Distanzen abgefahren. Da die Kinder nach einem Tag Autofahren am Abend einfach noch zu viel Energie haben, und dann nicht ins Bett wollen, war unser Ziel ganz einfach: Wir wollen heute die jungen Herren etwas auskotzen. So haben wir beschlossen, dass es an der Zeit ist, uns am heutigen Tag mit sportlichen Betätigungen etwas Bewegung zu verschaffen. Das wird uns allen gut tun.

Wir fahren in den Nationalpark La Mauricie bei Shawinigan, Québec. Der erste Teil des Programms besteht darin, dass wir zwei Kajaks mieten und mit diesen einer der wundervollen Seen abpaddeln. Der Gegenwind ist kräftig und so müssen wir uns echt etwas bemühen, um gegen die Wellen und den Wind anzukämpfen. Nach einer Stunde sind all unsere Oberkörper müde, jetzt geht es an die Beine. Wir suchen auf der Karte eine steile Berg- und Talwanderung aus.

Ich schlag Reto vor, er soll das Tempo angeben und kräftigen Schrittes die Wanderung abmarschieren, so dass die beiden Buben ihre Energie loswerden können. Das Problem dabei ist, dass Andrin mit 13 und Roman mit 11 einiges besser auf den Beinen sind, als ihre Mutter. So läuft Reto strammen Schrittes den Berg hinauf, hinter ihm gefolgt von zwei Buben, welche die Steigung mit einer hüpfenden Leichtigkeit meistern. Ich schnaube, schwitze und bin ausser Puste, falle immer weiter zurück. Mein Tempo wird durch den Fakt, dass hier Bären wohnen, nicht verlangsamt, und doch halte ich nicht mehr wirklich mit!

Bevor die drei um eine Kurve flitzen und ich Sichtkontakt verliere, rufe ich von hinten: „Isch's no wiit?"

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