Islam
Iranische Moderatorin trinkt Bier in der Schweiz, dann bricht ein Shitstorm los

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Kein Kopftuch und ein Feldschlösschen zur Hand, Azadeh Namdari muss sich rechtfertigen.

Kein Kopftuch und ein Feldschlösschen zur Hand, Azadeh Namdari muss sich rechtfertigen.

Screenshot Twitter

Azadeh Namdari ist eine konservative TV-Moderatorin aus dem Iran. Sie ist bekannt dafür, dass sie den islamisch-konservativen Kleidungsstil für Frauen propagiert. Nun sind Bilder aus ihren Ferien in der Schweiz aufgetaucht, ohne Hijab und mit einem Feldschlösschen in der Hand, schreibt «BBC».

Weil im Iran das Trinken von Alkohol verboten ist und Frauen nur mit Kopfbedeckung öffentlich auftreten dürfen, bricht auf Facebook ein Shitstorm los. «Sie hat kein Recht, Menschen Regeln aufzuzwingen, die sie selbst nicht befolgt», übersetzt «BBC» einen Kommentator auf Twitter.

Kurz darauf postet Namdari ein Video von sich selbst auf YouTube und erklärt, sie habe sich auf dem Foto in der Gegenwart engster Familienmitglieder befunden. Deshalb sei es in Ordnung, keine Kopfbedeckung zu tragen. Zum Bier sagte sie allerdings nichts.

Die Reaktionen auf das Video waren jedoch noch ausfallender. Namdari wird in den Kommentaren als «Lügnerin» und «Täuscherin» beschimpft. «Das Problem ist nicht, dass du Bier trinkst und kein Kopftuch trägst, sondern dass du das iranische Volk für dumm verkaufst», schreibt die religionskritische, iranische Organisation Iran Without Clerics laut «BBC» auf Facebook. (leo)