Wolfgang Wagmann

Nur eines ist sicher: «Es braucht für das Hotel Investoren.» Das ist von Mutter Marie-Thérèse Dörfler ebenso zu hören wie von Sohn Gregory, der seit einigen Jahren das Viersternhotel mit seinem barocken Habitus führt. Zusammen bildet die Familie die Hotel Krone AG. Und angesprochen auf die Spekulations-Story der jüngsten «SonntagsZeitung», bestätigt die Mutter lediglich: Ja, man sei mit zwei Investoren im Gespräch. Und verweist weiter an Sohn Gregory.

«Grosse Ehre» und «schöne Option»

Er habe nie mit dem Zürcher Journalisten gesprochen, betont Gregory Dörfler zum erwähnten Artikel. «Es gibt keine Offerte und auch keine Absichtserklärung», hält der Hotelier auch zwei Wochen nach unserer erstmaligen Nchfrage fest. Zum angeblichen «Kauf-Interessenten», dem Milliardär und Synthes-Patron Hansjörg Wyss (vgl. unten) meint Dörfler lediglich: «Es ist für uns eine grosse Ehre, mit ihm in Verbindung gebracht zu werden. Doch müssten wir von Herrn Wyss erst einmal eine Offerte haben.» Eine «schöne Option» wäre das für die Familie, aber ein «konkretes Gespräch» habe man mit Wyss darüber nicht geführt. Und in einem Punkt korrigiert Dörfler die neueste Spekulations-Story: Primär gehe es nicht um den Verkauf der «Krone», sondern um einen Investor, der sich an der AG beteiligt. «Denn wir möchten das Hotel weiterführen» - was bei einem Verkauf für Dörfler keineswegs gesichert wäre.

Suiten im Dachstock?

Sich selbst hat die Familien-AG jedoch den Auftrag erteilt, Investoren zu suchen und auch zu finden. Denn der Betrieb und Unterhalt des 1742 auf die heutige Grösse umgebauten 42-Zimmer-Hotels fressen allein den grössten Teil des erwirtschafteten Ertrags weg. Daraus macht Gregory Dörfler keinen Hehl, und deshalb müsse «das Potenzial des Hauses optimal ausgeschöpft werden.» So habe man den Kontakt mit der Denkmalpflege und der Kommission für Altstadt- und Denkmalfragen gesucht. «Schliesslich müssen wir einem Investor präsentieren können, was überhaupt möglich ist.» Und in dieser Hinsicht scheint für die «Krone» immerhin eine Investition machbar zu sein. «Zu einem Ausbau des Dachstocks hat sich die Kommission positiv geäussert», meint der Hotelier - vorausgesetzt, das äussere Erscheinungsbild des Daches mit seinen Lukarnen Richtung Osten und Norden bleibe gewahrt. Die Option bei einem solchen Ausbau sieht der Hotelier in «ein- oder zweistöckig Suiten.»

Weitere Abklärungen zum Umbau des Hauses seien mit den involvierten Amtsstellen im Gang; in rund zwei Monaten sollen diese beendet sein. Wie weit ein solches fertiges «Dossier Krone» einen möglichen Investoren-Entscheid forciert, darüber kann und will sich Gregory Dörf-ler jedoch nicht äussern.

Schon einmal «auf dem Markt» gewesen

Spekulationen um die «Krone» sind nicht neu. So stand sie 2003 plötzlich im Internet zum Verkauf. Zwar fehlte der Hotelname, doch ein prächtiges Foto verwies explizit auf das Schnäppchen, das für 6,5 Mio. Euro im Angebot war. Viel zu wenig, befand schon damals Gregory Dörfler, da allein die Antiquiäten im Haus einen ähnlichen Wert hätten. Auch 2003 dementierte der Hotelier jegliche Verkaufsabsicht, und bald löste sich das Rätsel auf: Der vor einem Jahr verstorbene Vater Gerald Dörfler hatte mit einem deutschen Makler über einen «unverbindlichen Markttest» für die «Krone» gesprochen, und der Makler lancierte darauf den «Test». Erst nach einer Intervention Dörflers verschwand die «Krone» wieder aus dem «Warenkorb».