Regenklärbecken

Interessanter Blick in die Tiefe

Im Untergrund: Die imposante Baustelle für das Regenklärbecken beim Fussballplatz Lengnau ist beliebtes Ziel eines Spazierganges. (mrl)

Regenklärbecken

Im Untergrund: Die imposante Baustelle für das Regenklärbecken beim Fussballplatz Lengnau ist beliebtes Ziel eines Spazierganges. (mrl)

Mit dem Bau des Lengnauer Regenklärbeckens gehts vorwärts. Der schlechte Baugrund verursacht höhere Kosten.

Margrit Renfer

Keine Fussballambiance prägt gegenwärtig das Areal am Nordende des Lengnauer Fussballplatzes. Eine imposante Baugrube mit dem Fundament des Regenklärbeckens, tiefe Zulaufkanäle mit Röhren von 1,2 Metern Durchmesser, und Baumaschinen heischen nach Aufmerksamkeit. Das Bauwerk ist in der Halbzeit und kennt vorläufig keine Winterpause. Anfang September fuhren die ersten Baumaschinen auf. Spundwände mussten in den nassen Baugrund gerammt werden. Weil die starken Vibrationen die benachbarten Industriebetriebe gefährdeten, wurde zum Teil ausserhalb der ordentlichen Arbeitszeiten gearbeitet. Nach der Installation und Inbetriebnahme der Wellpointanlage für die Wasserhaltung folgte der Baugruben-aushub. Seit Oktober wird geschalt, armiert und betoniert.

«Die Baustelle ist gut beobachtet», sagt Bruno Schaad. Er ist Mitglied der Gemeindekommission Bau und Betriebe. Als Pensionierter führt ihn sein täglicher Spaziergang mit dem Hund immer zur Baustelle. Das machen andere Lengnauerinnen und Lengnauer auch. «Man spüre die Zusammenarbeit aller Beteiligten», sagt Schaad. Das wird vom ausführenden Ingenieur, Ulrich Christen, bestätigt. Die Arbeiten wurden nicht «en Bloc», sondern pro Arbeitsgattung vergeben. Das verlange gute Absprachen. Absprachen, die immer wieder mit den Verantwortlichen des Fussballklubs erfolgen.

Nur sauberes Wasser im Dorfbach

Seit dem 1998 erstellten generellen Entwässerungsplan wusste man in Lengnau: Ein Regenklärbecken muss wegen der Gewässerschutzbestimmungen gebaut werden. Das Becken ist ein Vorfluter zum Dorfbach und hält die unerwünschten Stoffe aus der Siedlungsentwässerung zurück. Der Landhandel für den Bau des Beckens gab zu reden. Sein idealer Platz fand sich auf dem Areal des Fussballplatzes. Land, das die Burgergemeinde dem Fussballklub im langjährigen Pachtvertrag zur Verfügung stellte.

Land gekauft und Parkplatz sanieren

Also mussten Klubmitglieder, Burgergemeinde und Einwohnergemeinde zustimmen und mit der finanziellen Regelung einverstanden sein. Jetzt hat die Einwohnergemeinde das Land an der Industriestrasse der Burgergemeinde für 98 100 Franken abgekauft. Das Geld wird nicht direkt ausbezahlt, sondern soll für die Sanierung des maroden Parkplatzes beim Sportplatzareal verwendet werden, sobald ein Parkplatzreglement erstellt ist. Die Fussballer können später den Platz über dem unterirdisch gebauten Becken wieder nutzen. Bau und Installation des Regenklärbeckens sollten bis Anfang Mai fertig erstellt sein.

Kosten werden überschritten

Das ursprüngliche Projekt war mit 1,3 Mio. Franken kalkuliert worden. Der Gemeindeversammlung wurde ein Kredit von 1,98 Mio. Franken unterbreitet, und sie genehmigte diesen. Momentan wird mit Kostenüberschreitungen von zehn Prozent gerechnet, da die Arbeiten teurer vergeben werden mussten als berechnet. Die Baubranche hatte zumindest im Bereich Tiefbau im letzten Sommer keine Krise. Trotz geologischem Gutachten waren die Baugrundverhältnisse schlechter als angenommen, wird begründet.

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