«Integration ist für mich etwas anderes»

Eigentlich sollte die 2007 gegründete Arbeitsgruppe Ballygebiet mithelfen, den Dorfteil in die Gemeinde Villmergen zu integrieren. Nun klagt Roland Häusler, Mitglied der Gruppe: «Wir werden schlecht informiert, seit November hatten wir keine Sitzung mehr.»

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Aargauer Zeitung

Fabian Hägler

«Nur das Ballygebiet hat von der Gemeinde noch keinen Fahrplan für den Bus erhalten, mit dem unsere Kinder im neuen Schuljahr nach Villmergen fahren sollen», sagt Roland Häusler. Zusammen mit drei anderen Bewohnern des Quartiers, das geografisch viel näher bei Dottikon und Dintikon als bei Villmergen liegt, engagiert sich der Primarlehrer seit gut zwei Jahren in einer Arbeitsgruppe, die die Integration des Ballygebiets unterstützen soll.

Dieses Ziel hatte sich der Gemeinderat Villmergen 2007 gross auf die Fahne geschrieben. «Unter Integration verstehe ich aber etwas anderes», sagt Häusler heute. «Ich bin enttäuscht, dass unsere Mitarbeit in dieser wichtigen Phase der Integration von den Villmerger Behörden nicht gefragt war.»

Acht Monate keine Sitzung

Die letzte Sitzung der Ballygebiet-Arbeitsgruppe habe im November 2008 stattgefunden, in der Zwischenzeit seien wichtige Entscheide gefallen, allerdings ohne ihre Beteiligung. «Es ist sehr schade, dass wir nicht dabei waren, als es um die Bushaltestelle Ballygebiet oder die Anpassung der Schulzeiten in Villmergen an den Busfahrplan ging», kritisiert Häusler. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe hätten den Gemeinderat «schon einmal um mehr Transparenz gebeten», ergänzt er.

Häusler ist der Meinung, dass die knappen Busanschlüsse zu gewissen Zeiten für die Schülerinnen und Schüler aus dem Ballygebiet Stress bedeuten. «Ohne zu hetzen, werden es die Kinder am Mittag nicht auf den Bus schaffen», meint Häusler.

Ganz allgemein wirft er die Frage auf: «Wie gut stehen die Chancen für eine harmonische Integration, wenn wichtige Entscheide der Gemeinde zu spät oder gar nicht kommuniziert werden und die Eltern im Ballygebiet sich deshalb noch in den Sommerferien untereinander organisieren müssen?»

Gemeindeammann wehrt sich

Mit den Vorwürfen konfrontiert, wehrt sich Paul Meyer. Der Villmerger Gemeindeammann, der die Arbeitsgruppe leitet, hält fest: «Auf den Busfahrplan hat die Arbeitsgruppe absolut keinen Einfluss.» Dieser richte sich nur nach den Abfahrtszeiten der Züge in Dottikon-Dintikon und in Wohlen. Meyer ergänzt: «Die Anpassung der Unterrichtszeiten liegt in der Kompetenz der Schule.» Der Gemeindeammann betont: «Die Busbetreiber haben uns versichert, dass die Fahrzeiten für die Schulkinder problemlos seien.»

Und er gibt zu bedenken, dass die Konzession für die neue Buslinie Dottikon-Ballygebiet- Dintikon-Villmergen erst letzte Woche bei Postauto Aargau eingetroffen sei. «Es braucht Zeit, bis eine neue Linie steht», sagt Meyer. Zudem funktioniere der Bustransport der Schüler in vielen anderen Aargauer Gemeinden ohne Probleme, «dies wird auch in Villmergen so sein.»

Anpassungen sind möglich

Sollte sich in der Praxis herausstellen, dass gewisse Zeiten zu knapp bemessen seien, «können immer noch Anpassungen vorgenommen werden. Aber zuerst müssen wir auch unsere Erfahrungen machen».

Zum Vorwurf der mangelnden Information seit November sagt Meyer: «Es ist aus meiner Sicht nicht sinnvoll, eine Sitzung abzuhalten und Sitzungsgelder auszugeben, wenn es nichts Neues zu sagen gibt.»

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