Integration gehört auch zur Kirche

Die Mitglieder der Römisch-Katholischen Synode finden, die Integration von Ausländern gehöre sehr wohl zum Auftrag der Kirche.

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Aargauer Zeitung

Sabine Kuster

«Integration gehört zu den christlichen Grundaufgaben», sagte Martin Egli, Präsident der Römisch-Katholischen Synode des Kantons Aarau. Er ebnete damit gestern in Aarau den Weg zur Unterstützung der neuen Fachstelle Integration. Die Fachstelle Integration Aargau wurde im Oktober als Verein gegründet und ist von der kantonalen Verwaltung unabhängig. Damit will der Kanton eine niederschwellige Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten schaffen. Denn viele würden eher eine externe Stelle aufsuchen, als beispielsweise das Migrationsamt, mit dem das Verhältnis manchmal schon vorbelastet sei, sagte Regierungsrat und Initiant Urs Hofmann. «Diese Fachstelle ist flexibler, neutraler und kann schneller Vertrauen schaffen», warb er.

Bereits im Frühling soll die Stelle mit Präsident Otto Wertli und knapp 200 Stellenprozenten ihre Arbeit aufnehmen. Je 100 000 Franken bezahlen Bund und Kanton, die restlichen 156 000 Franken sollen Institutionen beisteuern. Die Reformierte Kirche hat ihren Beitrag von 30 000 Franken bereits diskussionslos ins Budget aufgenommen. Auch die Römisch-Katholische Synode stimmte dem Beitrag von ebenfalls 30 000 Franken gestern fast einstimmig zu - nur Leon Borer enthielt sich der Stimme und fand es «fraglich», ob die Förderung der Integration von Ausländern die Aufgabe der Kirche sei.

Anderer Meinung ist der Spreitenbacher Pfarrer Zacharie Wasuka. Der Kongolese hat in Deutschland studiert und sagte gestern: «Migranten benötigen Hilfe um sich zu integrieren; Hilfsbedürftige zu unterstützen gehört zur Diakonie.» Er selbst hätte dieses Jahr gerne die C-Bewilligung beantragt, aber man habe ihm auf dem Amt nicht gesagt, dass er dazu ein Bewerbungsdossier einreichen müsse. Nun wurde die Aufenthaltsbewilligung bloss verlängert.

Fachstelle Religion wird weitergeführt

Ebenfalls angenommen wurde gestern die Weiterführung der Fachstelle «Religion Technik Wirtschaft» an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg/Windisch mit einem Kostendach von 70 000 Franken. Ausserdem sagte die Synonde Ja zur neuen Leistungsvereinbarung mit der Caritas mit einer Erhöhung des Beitrages um 54 000 auf 794 000 Franken und zum Finanzplan 2010-2013.