In voller Fahrt ins Tal hinab

Weisse Felder und Hügel – ein Traum für die jungen Schlittenpiloten. An mindestens zwei Orten im Freiamt wurden sogar öffentliche Strassen vorübergehend als Schlittelbahn abgesperrt.

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In voller Fahrt ins Tal hinab

In voller Fahrt ins Tal hinab

Andrea Weibel

«Sobald das Bauamt findet, es liege genügend Schnee zum Schlitteln, wird die alte Bettwilerstrasse gesperrt», erklärt Margot Koch, Mitarbeiterin der Gemeindekanzlei in Sarmenstorf. «Unser Bauamt sperrt dann jeweils die Strasse hier unten, und die Bettwiler sperren sie oben.» Schon kann die wilde Schlittenfahrt losgehen.

So war es auch diese Woche. Die Kinder aus dem Dorf sind fast in jeder freien Minute draussen im Schnee. Aber auch aus den Nachbardörfern reisen sie an, um von Bettwil hinunter bis nach Sarmenstorf zu schlitteln. «Die Strecke ist zwar nicht allzu schnell, aber wenn mehrere zusammen runterfahren, macht es trotzdem sehr viel Spass», beschreibt Noah (12) aus Meisterschwanden. Zusammen mit seinen Klassenkameraden aus der Bezirksschule verbringt er seinen freien Nachmittag im Schnee. Seine Freunde Fabio (12), Rahel (11) und Salome (12) wohnen in Sarmenstorf und kennen die Strecke seit Jahren. «Wir schlitteln manchmal auch auf der anderen Seite des Dorfes, dort ist der Hügel steiler und man kann viel schneller fahren. Aber hier sind dafür mehr Leute», sagen die drei.

30 Minuten Fussweg

Bis ganz nach oben marschieren die Schüler selten. «Es dauert etwa 30 Minuten, bis man da mit Kind und Kegel oben ist», berichten Eltern, die gleich neben der Schlittelbahn wohnen und mit ihrer kleinen Tochter unterwegs sind. «Wir schlitteln hier immer, sobald genügend Schnee liegt. Aber bis ganz hinauf nach Bettwil spazieren wir dabei selten.» Denn auch unten, unweit des Schulhauses, lässt es sich hervorragend schlitteln. Neben der Strasse haben einige Kinder sogar eine Schanze gebaut, von der aus sie lachend und kreischend in die Luft katapultiert werden.

Kleine Skifahrer in Berikon

Wie in Sarmenstorf wird auch in Berikon eine Strasse eigens für die Schlittler gesperrt. Dafür wurden sogar Schlittelweg-Warnschilder angeschafft. «Der Schlittelweg wird viel benutzt», weiss die Beriker Vizeamtsfrau Rosmarie Groux. «Allerdings gibt es in Berikon auch noch andere inoffizielle Schlittelpisten. Dort bin ich als Kind schon geschlittelt», erinnert sie sich. Zum Beispiel jene unten am Stadtgatter oder am Hang an der Oberwilerstrasse kurz vor dem Kreisel. «Dort fahren die Kleinen manchmal sogar Ski», erzählt Groux.

Auch in Berikon ist das Bauamt für die Sperrung des Schlittelweges zuständig. «Es wird gesperrt, solange es ausreichend Schnee hat», so die Vizeamtsfrau, «wir haben da keine fixen Sperrzeiten.» Ein weiterer offizieller Schlittelweg wird jeweils von Alois Waser neben seinem Skilift auf dem Horben angelegt. Skipiste und Schlittelweg werden, sobald es Schnee hat, rege genutzt. Ihren Schlitten müssen die Schlittler nach der Fahrt aber selber den Hang hinaufziehen, denn aus Sicherheitsgründen dürfen sie sich nicht mit dem Skilift hochziehen lassen.

Zu wenig Schnee in Lunkhofen

Bis vor einigen Jahren verfügte auch Lunkhofen über einen eigenen Schlittelweg. «Es ist ein Teil eines Fussweges zwischen Unter- und Oberlunkhofen», erklärt Claudia Burkart, Gemeindeschreiberin in Unterlunkhofen. «In den letzten Jahren hatten wir aber selten genügend Schnee, so ist der Weg in Vergessenheit geraten. Jedenfalls wurde er schon lange nicht mehr abgesperrt», bedauert sie. Denn früher sei er ein Highlight jedes Winters gewesen.