In Sicherheit zum kühlen Nass gelangen

Damit Kinder sicher in das Freibad kommen, fährt der Badibus auch dieses Jahr wieder nach Koppigen

Badi Koppigen

Damit Kinder sicher in das Freibad kommen, fährt der Badibus auch dieses Jahr wieder nach Koppigen

Die Gemeinde Utzenstorf setzt dieses Jahr wieder den Badibus ein – damit die Kinder sicher in das Koppiger Freibad gelangen. Auch Bätterkinden und Koppigen beteiligen sich 2009 zum ersten Mal finanziell am Angebot.

Fabienne Wüthrich

In grossen Schritten rückt er näher - der Sommer. Gespannt warten die Menschen auf mehr Sonnenschein, heissere Temperaturen - und natürlich auf den ersten Besuch im Freibad. Wer kann schon Nein sagen zu einem Sprung ins kühle Nass? Ab 9. Mai werden sich auch im Koppiger Schwimmbad wieder zahlreiche Menschen aus der Region tummeln.

Darunter sind ebenfalls viele Kinder, die teilweise eine gefährliche Strecke zurücklegen müssen. So beispielsweise die Utzenstorfer. Um das Freibad zu erreichen, gelangen sie mit den Fahrrädern nur über die dicht befahrene Koppigen- und Utzenstorfstrasse ins Nachbardorf. Das hat die Gemeinde Utzenstorf letztes Jahr dazu bewogen, einen so genannten Badibus einzusetzen.

«Die Sicherheit der Kinder ist uns wichtig», sagt Gemeinderat Daniel Gast (parteilos), zuständig für das Ressort Planung und Umwelt. Die Strasse sei einfach zu gefährlich. Schon lange verspreche der Kanton Bern einen Radweg nach Koppigen - dieser lasse aber auf sich warten. Die Gemeinde hingegen wollte laut Gast keine Zeit mehr verstreichen lassen, denn der Verkehr habe stark zugenommen und die Eltern seien an die Gemeinde gelangt, sie solle etwas unternehmen.

Der zweite Grund, weshalb das Angebot eingeführt wurde, sei die Busverbindung von Koppigen nach Bätterkinden. Dabei habe Utzenstorf drei neue Haltestellen erhalten, und somit sei einem Badibus nichts mehr im Weg gestanden.

Die Differenz wird übernommen

2008 hätten sie das neue Angebot schliesslich «sehr kurzfristig» eingeführt. «Im Juli hat es der Gemeinderat beschlossen und 14 Tage später bereits umgesetzt.» Dabei fährt der Bus fünf Mal ins Koppiger Freibad - und selbstverständlich wieder zurück. Pro Person und Weg koste es lediglich einen statt Fr. 2.60. «Die Differenz übernimmt die Gemeinde», sagt Gast.

Die Grundidee: Vor allem Schülerinnen und Schüler sowie Kinder sollten das bestehende Angebot nutzen. Der Bus werde nämlich während der gesamten Badisaison angeboten - auch während der Schulferien sowie am Wochenende. «Hierfür haben wir bei der Postauto AG zusätzliche Dienstleistungen eingekauft.»

Nach dem vergangenen Jahr habe der Gemeinderat schliesslich eine Evaluation betreffend Badibus vorgenommen. 2008 wurde das Angebot laut Gast nur mässig genutzt. Einen Grund dafür sieht er in der kurzen Einführungsphase. «Wir haben sehr spät informiert», sagt er. Heuer sei das anders: Sie hätten Flyer gedruckt und an den Schulen verteilt. Auch würde der Fahrplan des Badibusses im nächsten «Lindenblatt» publiziert. Gast zeigt sich überzeugt: «Das ist ein Bedürfnis.» Trotzdem würden sie nach dieser Saison erneut beurteilen, ob der Bus der Nachfrage entspreche. Doch Gast erklärt: «Einem Projekt sollten wir etwa drei Jahre Zeit geben.»

Ähnlich sehen das Koppigen und Bätterkinden: Die Gemeinden beteiligen sich dieses Jahr zum ersten Mal finanziell am Badibus - Utzenstorf hat sie angefragt. Laut Gast zahlt Bätterkinden heuer 1000, Koppigen sogar 2000 Franken. Er wertet das als «eine gut nachbarschaftliche Kollegialität». Vor allem Bätterkindens Kinder würden vom Angebot profitieren, sagt er, denn der Bus hole sie am Bahnhof ab und bringe sie sicher nach Koppigen - und wieder zurück.

Das bestätigt Bätterkindens Gemeinderat Urs Salvisberg (FWB): «Der Bus ist eine gute Sache. Deshalb unterstützt unsere Gemeinde das Angebot.» Utzenstorf sei dieses Jahr mit der Anfrage an die Umweltkommission gelangt. «Hier helfen wir mit», habe diese gesagt und einen Antrag an den Gemeinderat gestellt. Dieser habe schliesslich beschlossen, sich heuer mit 1000 Franken zu beteiligen. Dies, weil auch der Weg für die Bätterkinder Kinder nach Koppigen sehr gefährlich sei und sich der Bus somit als sinnvolle Lösung gestalte. Nach der Badisaison will der Gemeinderat aber ebenfalls über die Bücher: «Wir werden analysieren, ob unsere Leute das Angebot überhaupt nutzen.»

«Gutes Verhältnis weiter behalten»

Koppigens Gemeindeschreiber Peter Kindler sagt: «Wir sehen Ende Saison, wie sich der Badibus entwickelt hat.» Er räumt dem Versuch jedoch Zeit ein. Letztes Jahr sei das Angebot «sehr spontan» eingeführt worden - dieses Jahr habe es Daniel Gast strategisch gut umgesetzt. Im Prinzip sei eine finanzielle Beteiligung Koppigens nicht nötig. Die Kinder aus der Gemeinde profitierten nicht vom Bus.

Dennoch zahlt Utzenstorfs Nachbar 2000 Franken. Kindler erläutert weshalb: «Die Badi ist eine Betriebsgemeinschaft, die in den umliegenden Gemeinden eine grosse Solidarität geniesst. Sie tragen das Defizit mit.» Utzenstorf übernehme dabei einen grossen Teil. «Wir möchten dieses gute Verhältnis weiter beibehalten.» Zudem sei der Bus marketingmässig eine sinnvolle Sache: «Wenn die Leute wissen, dass sie sicher ins Schwimmbad gelangen, kommen sie vermehrt hierher.» Koppigen wolle den Bus fördern und die Auslastung erhöhen. «Es ist uns ein Anliegen, dass der Kurs weiterhin besteht.»

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