In Schlieren wird eingecheckt

Sieben Limmattaler Gemeinden tragen die neue «Check-in»-Stelle für berufliche und soziale Integration. Ihr Standort ist die Badenerstrasse 1 in Schlieren. Die Verantwortlichen rechnen mit 25 Klienten pro Monat.

Daniel von Känel

«Für die Klienten, aber auch für die Gemeinden wird Gutes getan», sagte Schlierens Sozialvorstand Robert Welti. Eine gezielte berufliche und soziale Integration bringe einerseits neue Lebensperspektiven, andererseits eine Entlastung in Bereichen wie der Sozialhilfe.

Gestern hat die Fachstelle für berufliche und soziale Integration im Limmattal (BSI) offiziell den Betrieb aufgenommen. Allerdings laufen vorerst noch die Vorbereitungen mit den Programmanbietern, Klienten würden ab Juli das «Check-in», wie die Stelle genannt wird, besuchen, sagt Claude Chatelain von der Schlieremer Sozialabteilung. In diese ist das «Check-in» integriert.

Auftrag an die Gemeinden

Die berufliche und soziale Integration von Sozialhilfebeziehenden zu stärken und zu unterstützen, damit sie möglichst rasch von der Sozialhilfe unabhängig werden - dies wird von den Gemeinden gemäss Skos-Richtlinien verlangt. Der Integrationsaufwand ist aber, wegen des oftmals tiefen Ausbildungsniveaus, mangelnder Sprachkenntnisse oder sozialer Defizite erheblich.

So haben sich Dietikon, Schlieren, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Unterengstringen und Urdorf entschieden, gemeinsam eine Fachstelle zu betreiben. Sie ist als Informationsdrehscheibe und Abklärungsstelle gedacht.

Klarheit über Fähigkeiten und Defizite

Kamila Svitek, sie betreut zusammen mit Ruth Willi die Fachstelle, erklärte den Ablauf des «Check-in». «Nachdem die Klienten von den Gemeinden zugewiesen wurden, absolvieren sie auf der Fachstelle ein Kurzassessment», sagte sie. Dieses diene der Standortanalyse. Sprich: Es verschaffe Klarheit über die beruflichen und sozialen Fähigkeiten und Defizite. Wenn nötig, werde auch ein Deutschtest durchgeführt. Basierend auf dieser Analyse würden sie dann Integrationsempfehlungen zuhanden der Sozialdienste entwickeln, also eine geeignete Massnahme für die Klientin oder den Klienten wählen. Die Abklärungen würden nicht gemacht, wenn das Dossier bezüglich Standortanalyse schon Klarheit schaffe, fügte Franziska Schädel, Projektleiterin bei der AOZ, welche das Konzept erarbeitet hat, an.

Die Klientel des «Check-in» wird in zwei Zielgruppen unterteilt. Wenn berufliche Qualifikationen und Schlüsselkompetenzen vorhanden sind, werden Qualifizierungsprogramme, Bewerbungstrainings und Arbeitsvermittlung in Betracht gezogen. Sind die Schlüsselkompetenzen nicht ausreichend, stehen Tagesstruktur und Gegenleistung für Sozialhilfe im Vordergrund. Teure, aber in diesen Fällen unnötige Qualifizierungsprogramme fallen dann nicht in Betracht.

Anbieter der Programme sind beispielsweise Atelier 23, Etcetera oder die Arbeitsvermittlung Autark in Dietikon, die Stiftung Chance und der Job-Bus Limmattal in Schlieren, die Stiftung Solvita Urdorf und einige weitere.

Fallführung bei den Gemeinden

«Die Ziele werden vor dem Antritt eines Programms schriftlich festgehalten», erklärte Svitek. Zudem fänden während des Engagements regelmässig Standortbestimmungen statt. Weiter gebe es einen Schlussbericht des Anbieters, der an die Gemeinde weitergeleitet werde. Denn: «Die Fallführung bleibt bei den Gemeinden», so Svitek. Das bedeutet auch, dass die Massnahmen zuerst bewilligt werden müssen.

Jährlich 300 000 Franken

Die Gemeinden rechnen mit einem Gesamtaufwand von 300 000 Franken. Dieser Aufwand wird im Verhältnis zu den jährlichen Fallzahlen in der Sozialhilfe der angeschlossenen Gemeinden aufgeteilt. Die beiden Beraterinnen erfüllen einen Stellenetat von 150 Prozent.

Das Projekt ist vorerst befristet - im Jahr 2011 soll nach der Evaluation des Projekts entschieden werden, ob und wie es weitergeführt wird. Es besteht auch die Möglichkeit, dass sich weitere Gemeinden anschliessen.

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