In nur zehn Autominuten in den Ferien

Von Sarmenstorf an den Hallwilersee ists einen Katzensprung. Familie Bangerter schätzt das seit 2003.

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Camping am Hallwilersee

Camping am Hallwilersee

Aargauer Zeitung

Margrit Rüetschi

Was will man «meer», fragt man sich bei dieser Ferienidylle. Jugendliche spielen friedlich Pingpong, vom Strandbadrestaurant ziehen feine Essensdüfte auf. Gestern Donnerstag meldete sich der Sommer auch auf dem Campingplatz Tennwil am Hallwilersee zurück.

Anstatt wie früher nach Mallorca oder Tunesien zu fliegen, hat hier Familie Bangerter aus Sarmenstorf ihre persönliche Ferienoase gefunden, keine zehn Autominuten von zu Hause entfernt. Die Bedürfnisse von Mutter Marlis, 44, Vater Werner, 48, Tochter Sophie, 14, und Sohn Remo, 13, werden hier in jeder Beziehung abgedeckt.

Gern gesehene Gäste

Zwei weitere, längst erwachsene Kinder kommen hin und wieder gern zu einem Bsüechli auf dem Zeltplatz vorbei. Zu Besuch ist an diesem Tag auch die Mutter von Marlis Bangerter, Erna Liggenstorfer, 87. Ein gern gesehener Gast ist auch Céline, 13, eine Schulkameradin von Sohn Remo. Auch sie ist heute vor dem Zelt anzutreffen, die Haare sind noch nass von einem ausgedehnten «Schwumm» im angenehm temperierten See.

Begonnen hat alles im Jahrhundertsommer 2003. Damals erhielt Familie Bangerter die Gelegenheit, kurzfristig das in Tennwil aufgestellte Zelt eines Bekannten zu übernehmen, der in anderen Gefilden Ferien machte. In diesen heissen Tagen kam die Familie so richtig auf den Geschmack. Auch Vater Werner, der sich nicht als eigentlichen Zeltler bezeichnet, kam voll auf seine Kosten. «Wenn wir erst einmal hier sind, zieht es uns nicht so schnell wieder weg», erklärt Marlis Bangerter. Und Werner Bangerter ergänzt: «Wenn wir bei der Kasse durchgehen, lasse ich meinen Rucksack hinter mir liegen.» Dies bedeutet für ihn, dass Sorgen und Ballast für eine Weile vollständig abgelegt werden.

Gasherd und Kühlschrank

Natürlich hat sich die Familie längst ein eigenes, geräumiges Zelt angeschafft. Gekocht wird mit Gasherd und Backofen. Nachdem im letzten Winter auf dem Zeltplatz die entsprechenden Leitungen gelegt wurden, haben die Bangerters einen Kühlschrank angeschafft. «Einmal pro Tag essen wir etwas Warmes», sagt Marlis Bangerter. Es werde auf gesunde Kost mit Gemüse und Salat Wert gelegt.

Kalorien werden bei den Kindern nicht nur beim Schwimmen und Spielen verbrannt, Energie brauchen sie auch bei ihrem Ferienjob. Bei Platzwart Daniel Leuenberger sind Sophie und Remo beim Glaceverkauf und bei der Bootsvermietung angestellt. Vom erwirtschafteten Geld wollen sich die Jugendlichen später je eine neue Nintendo-Spielkonsole anschaffen. «Am Abend sind die Kinder müde, sie kommen manchmal fast auf dem Zahnfleisch angerobbt», lacht Marlis Bangerter. Ein ruhiger Schlaf sei ihnen jeweils sicher.

Weil sie es selber nicht so mit dem Wasser habe, zieht Vater Werner Bangerter die Segel für die rassige Fireball-Jolle allein oder mit einem der Kinder auf. Tochter Sophie hat kürzlich den Theorieblock für den künftigen Segelschein absolviert, erfährt man en passant.

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