In Kaiseraugst macht der Sommer Kinder zu Zimmermännern

Die Ferienattraktion ist perfekt: Ein Platz für Kinder, auf dem sie hämmern und sägen, Hütten und Türme bauen dürfen, ist Realität geworden. Mit der Kinderbaustelle lancierte die Gemeinde Kaiseraugst ein aktionsreiches Pilotprojekt.

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Stabile Konstruktionen aus Holz

Stabile Konstruktionen aus Holz

Peter Rombach

Die Idee dazu stammt von Gemeinderat Hanspeter Meyer. Der Ressortchef für Sozial- und Vormundschaftswesen, Kinder und Jugend, ist selbst überrascht vom starken Echo. Die Kinderbaustelle auf einem freien Areal der Ortsbürgergemeinde neben dem Altersheim Rinau wirkt seit dem 5. Juli magnetisch. Und noch bis 6. August dürfen Mädchen und Buben dort wochentags zwischen 13 und 18 Uhr ihrer Kreativität und ihrem handwerklichen Geschick freien Lauf lassen.

Bretter in allen Variationen, Dachlatten, Holzbalken in unterschiedlicher Stärke, jede Menge Schrauben, Nägel und Stricke sind vorhanden. Ebenso gut gefüllte Werkzeugkisten mit Hammer, Meissel, Zange, Säge, Bohrer, Hobel und anderen Utensilien, die das Schreiner- oder Zimmermann-Handwerk kennt.

Manchmal bis zu 30 Kinder

Mit diesem Freizeitangebot beschreitet die Gemeinde neue Wege und lässt sich dies 20000 Franken kosten. Als willkommener Sponsor kam auch die Ernst Frey AG mit ins Boot, die kostenlos einen Bauwagen und Absperrmaterial bereitstellte. Im Durchschnitt werkeln gegen 15 Kinder auf dem Platz, an einigen Tagen waren es auch schon über 30. «Das ist enorm«, freut sich Lukas Meyer, der an allen Tagen die Aufsicht führt, Ansprechpartner ist und manchmal zum Verbandskasten greifen muss, um kleine, harmlose Verletzungen zu verarzten.

Dem Jus-Studenten gefällt der Ferienjob. Er findet es «ganz toll», dass die Gemeinde solch eine Freizeitgestaltung ermöglicht, die nicht nur Teamgeist fördert, sondern auch das Kennenlernen von Techniken und Materialien erlaubt und letztlich handwerkliches Geschick ausleben lässt. «Das ist auch eine Art Prävention von Jugendgewalt», ist Lukas Meyer überzeugt. «Spielen ohne Leistungsdruck kann eine ganz wichtige Erfahrung sein.»

Drei Holzspezialisten

Ganz allein steht er nicht auf der Wiese. Drei Fachleute kommen täglich vorbei, als Schreiner oder Zimmermann geben sie nützliche Ratschläge und schauen auch, dass die Konstruktionen stabil sind und nicht gleich beim ersten Windhauch zusammenkrachen. Lorenz Schmid, Albert Bürgin und Hansjörg Staub heissen die Holzspezialisten, die ihre helle Freude an den emsig hämmernden, sägenden oder schraubenden Mädchen und Buben haben.

Weil das Projekt bereits jetzt als voller Erfolg in der Kaiseraugster Jugendarbeit gilt, schwebt Gemeinderat Hanspeter Meyer vor, die Bauten mindestens bis zum Ende der diesjährigen Herbstferien stehen zu lassen. «Noch ist nichts beschlossen, aber ein Abriss wäre sicherlich schade.» Dass es sich um ein Vorprojekt für einen eventuell später zu realisierenden Robinsonspielplatz handelt, möchte Meyer nicht ausschliessen.

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