Jörg Meier

Von der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen, ereignet sich in Hellikon Mysteriöses. Im Gebiet «Neulig» dampfte es vor einigen Tagen heftig aus einer Wiese. Spaziergänger, neugierig geworden, entdeckten ein grosses und tiefes Loch, das da über Nacht entstanden war. Kaum war die Stelle einigermassen gesichert, öffnete sich die Erde ein zweites Mal. Nur wenige Meter neben dem ersten Loch befindet sich jetzt ein zweiter Krater, noch grösser, noch tiefer.
Dieser Krater reiche mindestens 20Meter weit in den Untergrund, sagen die Fachleute – und was da drunter noch alles warte und wie weitreichend die Öffnung sei, wisse man noch nicht und schon gar nicht, warum das so plötzlich geschehen sei. Aber vieles sei möglich. Sobald klar ist, wer das alles bezahlt, wird untersucht.
Jedenfalls wurde das Gebiet abgesperrt und man rechnet damit, dass sich die Erde noch weiter öffnet.

Nun liegt Hellikon nicht gerade am Weg; was im kleinen Fricktaler Juradorf passiert, braucht uns also nicht weiter zu kümmern. Die sollen einfach aufpassen, dass sie nicht in die Krater stürzen. Das schon.

Andrerseits, wenn den Hellikern plötzlich der Boden unter den Füssen wegbricht, könnte das doch andernorts auch passieren: In Kölliken oder Besenbüren oder Döttingen – eigentlich überall.

Also aufgepasst: Veränderung kommt meist schleichend, wird lang nicht wahr- und schon gar nicht ernst genommen. Vielleicht sind die Helliker Krater Vorboten einer unheilvollen Entwicklung, die rasch um sich greift und das Land überzieht; tiefe Schlünde und Abgründe öffnen sich unvorhersehbar und überall; und wir wissen nicht wann und warum.

Wir sollten auf der Hut sein.

joerg.meier@azag.ch