Unwetter
In einer Nacht so viel Regen wie sonst in zwei Wochen

Im Nachgang zu den kräftigen Gewittern und ergiebigen Regenfällen über den Mittelland stehen die Feuerwehren in den Kantonen Aargau, Solothurn teilweise noch heute Mittag im Einsatz.

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Im Unteren Aaretal wurden laut SF Meteo innerhalb von wenigen Stunden rund 70 mm Regen gemessen. Ähnlich grosse Niederschlagsmengen gab es im Oberbaselbiet. Laut Meteonews entsprachen die Niederschlagsmengen an einigen Orten der Hälfte der zu erwartenden durchschnittlichen Monatssummen.

Stromunterbrüche

Wie die AEW Energie AG mitteilt, kam es zu verschiedenen Stromunterbrüchen in den Kantonen Aargau und Basellanschaft: Eine Störung in der Stromversorgung im NOK-50-kV-Netz zwischen dem Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt und Münchwilen führte zwischen 21.29 und 22.39 Uhr zu einem Ausfall der Unterwerke Rheinfelden und Kaiseraugst. Betroffen davon waren die Kunden Roche und Kaiseraugst.

Eine weitere Störung gab es in Rheinfelden. Für ca. 15 Minuten betroffen waren die Feldschschlösschen Brauerei sowie die Gemeinden Rheinfelden, Magden, Arisdorf, Möhlin, Zeiningen und Wallbach.

Zu einer zweistündigen Störung kam es heute Mittwochvormittag in den Gemeinden Wislikofen und Siglistorf. Beide Gemeinden waren ab 09.14 Uhr wieder mit Strom versorgt.

Erhellt wurde die Szenerie von zahlreichen Blitzen, gefolgt von teils ohrenbetäubendem Donnerschlag. Die Meteocentrale zählte im Mittelland innert weniger Stunden 8000 Blitze.

Überflutete Keller

Im Kanton Aargau führte der heftige Regen in kurzer Zeit dazu, dass Wasser in Kellerräume von Wohnhäusern und Betrieben eindrang. Nach Angaben der Kantonspolizei Aargau gingen bei der Einsatzzentrale bis zum frühen Morgen 75 Meldungen von Betroffenen ein. Im Kanton besonders betroffen waren die Regionen Aarau und Baden, vereinzelte Schadensmeldungen kamen auch aus dem Raum Zofingen. Die Feuerwehr-Alarmstelle bot 38 Feuerwehren auf, die teilweise bis gegen Mittag im Einsatz waren. Personen wurden nicht verletzt und grössere Schadensmeldungen blieben vorerst aus. Obwohl es stellenweise auch Strassen überflutet wurden, meldet die Kantonspolizei keine nennenswerten Verkehrsbehinderungen.

Schäden in Millionenhöhe

Im Zuge von heftigen Hagelgewittern vor allem über den Kantonen Bern und Luzern registrierte die Schweizer Hagelversicherung rund 300 Schadensfälle. Gegenüber "tagesanzeiger.ch" schätzt Sprecherin Yvonne Torriani die Schadenssumme auf rund 1,5 Millionen Franken. Betroffen seien vorwiegend Acker-, Gemüse-, Blumen- und Tabakkulturen.

Der Kanton Solothurn kam offensichtlich glimpflicher davon: hier registrierte die Kantonspolizei bis im Verlaufe des Vormittags 30 Meldungen über überschwemmte Keller und Tiefgaragen, vor allem im Gebiet Niederamt und im Grossraum Olten. Meldungen über Personen- oder Sachschäden blieben allerdings aus.

Eher weniger betroffen war auch der Kanton Basellandschaft. Nach Auskunft von Meinrad Stöcklin, Sprecher der Kantonspolizei, musste die Feuerwehren insgesamt sechs Mal ausrücken. Auch hier blieben Personen- und Sachschäden aus. (PD / rkr)

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