In dieser Schule gibt es nächster Woche keinen Unterricht mehr

Das Schlusskapitel der Ittenthaler Schulgeschichte ist geschrieben. An der letzten Schulschlussfeier galt es, Abschied zu nehmen von der Dorfschule, die geschlossen wird. Kaisten ist neuer Schulort.

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Schule Ittenthal: Vorhang fällt

Schule Ittenthal: Vorhang fällt

Die Schulschlussfeier in Ittenthal war geprägt vom Abschiednehmen. Es wurde nicht nur den Fünftklässern Lebewohl gesagt, sondern sämtlichen Schülern – die als Folge der Gemeindefusion Kaisten-Ittenthal künftig in Kaisten zur Schule gehen – und dem Lehrer-Ehepaar Ferdi und Ruth Kaiser. Zudem dankte man dem Hauswart-Ehepaar für seine langjährigen Dienste. Doch trotz der Wehmut kamen der Humor und der Spass an der Schulschlussfeier nicht zu kurz, sei es in den launigen Reden, den musikalischen Darbietungen, dem Theaterstück oder den pointierten Zwischenrufen von «Uettli und Chaischti».

Werkausstellung und Schlussfeier

Viele, darunter erfreulicherweise auch ältere Leute aus dem 230-Seelen-Dorf, hatten den Verlockungen des helvetischen Fussballs getrotzt und sich zuerst die Werkausstellung und dann die Darbietungen angeschaut. Auch ihnen werden die Kinder fehlen. Vor allem verschwinden aber mit der Schliessung der Dorfschule einige allseits beliebte Bräuche und Rituale, wie zum Beispiel der Räbeliechtliumzug oder das gemütliche Zusammensein nach dem alljährlichen Sporttag mit Elfingen.

Für Gelächter sorgte gleich der Einstieg des in Doppelfunktion (Schulleiter und Lehrer) amtierenden Ferdi Kaiser, indem er zwei Ehrengäste nannte. Zum einen war das sein Chef, Schulpflegepräsident Roland Rebmann, und beim Zweiten handelt es sich um seine Schwiegermutter. Er freute sich sehr, die 92-jährige ehemalige Lehrerin willkommen heissen zu dürfen.

Nach dem Begrüssungslied und dem Rückblick traten die Erstklässler mit ihrem musikalischen Leckerbissen auf. Sie spielten auf selbst gebastelten Instrumenten, genannt Kazoo, und zeigten ihre selbst choreografierten Tanzeinlagen.

Danach ergriff Schulpflegepräsident Roland Rebmann das Wort. Er sprach vor allem den Kindern Mut für den Neuanfang zu und wünschte ihnen viel Glück. Bald müssen die Kinder ihr beliebtes, idyllisch gelegenes Schulhaus für immer verlassen. Bestimmt werden sich die erfrischend selbstständig wirkenden Uettleter ABC-Schützen, die schon mal selbst im Schulhaus ans Telefon gehen und auch schon allein mit dem «Posti» nach Kaisten fahren, in der Schule von Kaisten rasch eingewöhnen. Es folgte ein kurzer Ausblick aufs kommende Schuljahr, und Rebmann informierte über die beiden wesentlichen Neuerungen Blockzeiten und die neue Promotionsverordnung.

Dem Motto der Abschlussfeier folgend führten dann die Erst- bis Fünftklässler das Theaterstück «Das Brot des Glücks» vor. Die ergreifende Geschichte handelt von einem regierungsmüden König, der seinen Sohn Felix (aus dem Lateinischen: der Glückliche) zu seinem Nachfolger ernennen möchte. Jedoch muss der unerfahrene Prinz erst sein Können unter Beweis stellen, bevor er den Thron besteigen darf. Als Prüfung wird ihm auferlegt, das Brot des Glücks zu finden. Nach einer endlosen Odyssee durch sämtliche Grossverteiler und privaten Bäckereien des Fricktals trifft er schliesslich, des Suchens schon beinahe überdrüssig, auf einen bescheidenen und zufriedenen Mann, der mit ihm sein Brot, das ihm als Wegzehrung diente, brüderlich teilt. Diese Begegnung befriedigt nicht nur sein irdisches Hungerfühl, sondern erfüllt Felix auch mit Freude und Glück über diese neue Freundschaft und er wird von seinem stolzen Vater auf den Thron gehoben.

Holzbank mit Schülerunterschriften

Beim abschliessenden Finale der Schulschlussfeier wurden Ruth und Ferdi Kaiser eine Holzbank geschenkt, auf welcher die Kinder ihre Namen verewigt hatten. Ein Apéro mit allen Anwesenden krönte die gelungene Schulschlussfeier. Schon bald fällt der Vorhang endgültig und es heisst: «Ab in die Ferien.» (pst)

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