In die Badis in der Region dürfen alle rein

Eintritt nur für Einheimische, wie er in Kaiserstuhl neuerdings gilt, ist in den Schwimmbädern in der Region Aargau kein Thema. Im Gegenteil: Viele Badis sind sogar froh, wenn auswärtige Gäste kommen.

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Irena Jurinak und Barbara Vogt

Über eine Art «Numerus clausus» habe man in Biberstein schon mal diskutiert, sagt Gemeindeammann Peter Frei. Denn es komme vor, dass die Biobadi an Spitzentagen an ihre Kapazitätsgrenzen stosse. Trotzdem habe man sich dagegen entschieden, nur Einheimischen Zutritt zu gewähren. «Wir wollen einen Beitrag leisten zur Attraktivität der Region.»

Kaiserstuhl hat eine Einschränkung eingeführt, weil das Bad schon für die Einheimischen zu klein ist und sich diese bedrängt fühlten. Viel Platz hat auch die Bibersteiner Badi nicht, sie ist für 300 Gäste ausgelegt. Doch als Biobadi zieht sie insbesondere Auswärtige an, erklärt Badmeister Andreas Huber. «Wenn jemand extra aus dem Appenzell anreist, können wir den nicht wegschicken.» In seinen Augen ist eine Restriktion nicht praktikabel.

Badmeister tadeln Störenfriede

Das Schwimmbad Hofmatt in Dürrenäsch ist primär für Einwohner aus dem Dorf oder den umliegenden Gemeinden gedacht, da es sehr klein ist. Ein Verbot gibt es zwar nicht, aber man mache bewusst auch keine Werbung, sagt Rudolf Sager, Präsident des Schwimmbad-Vereins. In den grossen Schwimmbädern in der Region hingegen steht eine Eintrittsbeschränkung nicht zur Diskussion. Im Gegenteil:In der Region Aarau gibt es sogar ein Regio-Abo für die Schwimmbäder Aarau, Entfelden, Rupperswil-Auenstein, Suhr-Buchs-Gränichen, Küttigen, Kölliken und Schöftland.

Im Schwimmbad im Aarauer Schachen kühlen sich an Spitzentagen bis zu 4000 Gäste ab. Da könne es vorkommen, dass Besucher sich von anderen gestört fühlen, sagt Urs Kern vom Stadtbauamt Aarau. Doch das bewege sich im Rahmen. «Unsere Badmeister sind konsequent und weisen Störenfriede zurecht.»

Mit Humor reagiert Christof Hübscher, Badmeister im Schwimmbad Walkematt in Lenzburg, auf die Eintrittsbeschränkung in Kaiserstuhl. «Der 1. April ist schon gewesen, oder?» Man sei froh um jeden Franken Umsatz und könne eigentlich nie genug Badegäste haben. Eine Eintrittsbeschränkung kann er sich nicht vorstellen. «Das ist Diskriminierung.»

Auch in den Schwimmbädern Suhr-Buchs-Gränichen, Küttigen und Möriken-Wildegg ist man froh, wenn auswärtige Badegäste kommen. Dass die Eintrittspreise für Einheimische günstiger sind, könne man nachvollziehen, sagt Badmeister Peter Dietiker aus Möriken-Wildegg. In Rupperswil ist man ebenfalls froh über jeden Eintritt. «Auch an Spitzentagen schicken wir niemanden nach Hause», sagt Badmeister Georges Hächler. «Schliesslich sind wir eine öffentliche Badi.»

Nicht alle laufen den Berg hoch

Rudolf Zingg aus Bottenwil entlockte das Vorhaben der Badi Kaiserstuhl ein Lächeln. Das sei an den Haaren herbeigezogen, findet der Präsident des Schwimmbadvereins Bottenwil-Uerkheim. «Unsere Badi ist für jedermann offen. Familien aus der ganzen Region geniessen die Ruhe und schätzen den Überblick. Fleischberge gibts bei uns aber keine.» Bereits auf dem Weg zur Badi finde eine Selektion statt: «Die Besucher müssen den Berg hoch. Das tun nicht alle gerne.»

Die Badi in Schmiedrued-Walde ist für die Gemeinde ein wichtiges Aushängeschild. «Wir verteilen Prospek-
te und machen auf unser Schwimmbad aufmerksam», sagt Bruno Müller, Präsident des Schwimmbadvereins Schmiedrued-Walde. «Jedermann ist willkommen. Auch wenn wir Jugendliche hin und wieder zur Ordnung aufrufen müssen.»

Auf auswärtige Besucher ist man in der Badi Menziken angewiesen. «Menziken ist eine 5000-Seelen-Gemeinde», so Badmeister Christian Hess. «Wir sind froh um jeden Gast. Viele Luzerner kommen zu uns.»
Stolz über auswärtige Gäste ist Badmeister Peter Haltiner vom Regiona-len Schwimmbad mittleres Wynental. «Die Leute kommen von weit her. Eintrittsbeschränkungen wären bei uns nie Thema.»

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