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In der Schweiz wurden 785 Kinder misshandelt

Es ist erschreckend: Letztes Jahr wurden in der Schweiz insgesamt 785 Missbrauchsfälle an Kindern gemeldet. Jetzt fordern Politiker bessere Ausbildung der Polizei auf Kindsmisshandlung.

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Themenbild Kindsmissbrauch (Archiv)

Themenbild Kindsmissbrauch (Archiv)

Keystone

Erstmals liegt eine gesamtschweizerische Statistik über Kindsmisshandlungen in der Schweiz vor. Sie liegt der Zeitung «Sonntag» vor und zeigt Erschreckendes: Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie hat alle Kinder und Jugendliche erfasst, bei denen irgendeine Form von Kindsmisshandlung diagnostiziert werden konnte.

Oft ist Mutter depressiv

Im vergangenen Jahr wurden 785 Fälle gemeldet, darunter: Körperliche Misshandlung (229 Fälle), sexueller Missbrauch (219 Fälle), Vernachlässigung (213 Fälle), Psychische Misshandlung (121 Fälle) und Münchhausen Stellvertreter Syndrom (Psychisch kranke Täter) mit 3 Fällen. «Das ist sehr viel», sagt Markus Wopmann, Leiter Fachgruppe Kinderschutz der schweizerischen Kinderkliniken. «Es werden immer wieder unterernährte Säuglinge ins Kinderspital eingeliefert. Oft ist es so, dass die Mutter depressiv ist, apathisch neben dem Kinderbett sitzt und nicht spürt, was das Kind braucht.»

Im Interview mit dem «Sonntag» fordert die St.Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter, Vizepräsidentin der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren: «Polizeibeamte und Staatsanwälte sollten noch besser in Bezug auf Kindsmisshandlung ausgebildet werden.»