In der Mülimatt macht die Natur der Natur Platz

Bis Ende des kommenden Sommers sollen in der Mülimatt in Windisch die Erdarbeiten für den ökologischen Ausgleich für das Sportausbildungszentrum Mülimatt abgeschlossen sein. Dabei wird auch ein Abschnitt des Aareufers renaturiert.

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Ulysses Witzig

Ulysses Witzig

Louis Probst

«Es sieht sicher brutal aus», räumt Ulysses Witzig ein. Tatsächlich. Der Anblick der Baumstümpfe an Aareuferweg in der Mülimatt in Windisch ist kein erhebender. Aber Ulysses Witzig, Geschäftsführer von Crea Natira und Projektleiter für die ökologischen Ausgleichsmassnahmen beim Sportausbildungszentrum Mülimatt, beruhigt: «Die Bäume sind absichtlich so gekappt worden.

Sie werden später wieder zur Bestockung des Aareufers verwendet.»
Später. Das heisst nach der Absenkung der Uferpartie auf einer Länge von rund 200 Metern, der Freilegung eines Fliessgewässers und der Erstellung der Rückhaltebecken für das Meteorwasser von den Dächern der Dreifachhallen des Sportausbildungszentrums Mülimatt. «Bis August werden die Erdbewegungen erfolgen», sagt Ulysses Witzig. «Dabei werden die grossen Eingriffe sichtbar werden. Bis Ende des Sommers sollten aber die Arbeiten abgeschlossen sein.»

Neben den Eingriffen in die bestehende Landschaft - die durch frühere Aufschüttungen im Grunde genommen so natürlich auch nicht mehr ist - wird der bisher landwirtschaftlich eher intensiv auch für Ackerbau genutzte östliche Teil des Gebietes in eine Fromentalwiese zurückverwandelt. «Hier wird eine sehr blumenreiche, bunte Wiese entstehen», verspricht Ulysses Witzig. Sie wird mit Baumgruppen aufgelockert und durch die Rinder einer landwirtschaftlichen Betriebsgemeinschaft beweidet.

Die Ufer des neuen Bächleins - in dem künftig das Kühlwasser der Hallenbauten der Fachhochschule über ein Schotterbett in die Aare fliesst - und auch die Teichlandschaft der Retentionsbecken werden mit Schwarzpappeln und Stieleichen bepflanzt. Am Bächlein wird zudem ein Spielplatz erstellt, der verschiedenen Altersgruppen zur Verfügung stehen wird. «Mit dem Projekt für den ökologischen Ausgleich im Gebiet der Mülimatt konnte ein guter Kompromiss gefunden werden», stellt Ulysses Witzig fest. «Und unter den Beteiligten ist eine sehr fruchtbare Partnerschaft entstanden.»

Mülimatt
Der Bau des Sportausbildungszentrums Mülimatt für die FHNW und das Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg (BWZ) tangiert eine Landschaftsschutzzone. Als Ausgleich wird eine neue Zone Naturerlebnispark geschaffen. Finanziert wird das Projekt durch Ökoausgleichsbeiträge und die Gemeinde Windisch.

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