Stadtfuchs
In Aarau zieht der Stadtfuchs ein

Katzenfutter, Kehricht und Kompost – für den Fuchs ist die Stadt ein Schlaraffenland. Allein in und um die Kantonshauptstadt leben 60 bis 80 Füchse.

Drucken
12_fuchs_fhe.jpg

12_fuchs_fhe.jpg

Aargauer Zeitung

Andrea Marthaler

Unbemerkt wohnt der Fuchs mitten unter uns. Der sonst in den Wäldern lebende Rotfuchs hat sich an die Zivilisation angepasst und häufig gar die Scheu vor dem Menschen verloren. Meist ist der Fuchs in der Nacht unterwegs, doch vor allem während der Aufzucht von März bis August kann es vorkommen, dass ein Muttertier oder ein junger unerfahrener Fuchs mitten am Tag auf Futtersuche ist.

Fuchs ist ein Allesfresser

Der Fuchs frisst fast alles und findet deshalb in der Stadt viele Futterstellen. Dies müsste nicht sein.
Kehricht sollte erst am Tag der Abfuhr vor die Tür gestellt werden. Sonst geht der Fuchs dran und reisst den Abfallsack auf.
Katzenfutter ist auch Fuchsfutter. Selbst wenn die Futterschalen leer sind, wird der Fuchs vom Geruch angelockt. Dasselbe gilt auch für Schalen mit Milch für Igel.
Fallobst sollte aufgelesen werden, da es sonst der Fuchs frisst. Auch Beeren liebt der Allesfresser. Sträucher können vergittert werden.
Vogelfutter, das herunterfällt, wird gern vom Fuchs gefressen.
Kompost ist für den Fuchs eine Fundgrube. Fleischreste, Knochen, Käse, aber auch eine angefaulte Melone holt er sich. Dagegen nütz nur das Abdecken des Komposts. (ama)

In Gärten gibt es gute Verstecke

Wird der Fuchs zum Problem, wenden sich viele Leute an den städtischen Jagdaufseher. Hans Döbeli weiss von Füchsen, die sich Schuhe holten, um zu spielen oder Kissenpolster als Nachtlager wählten und diese dabei markierten. «Am besten wird alles über Nacht hineingenommen», rät Döbeli. Mühsamer wird es, wenn der Fuchs im Garten gräbt oder frisch gesetztes Gemüse ausrupft. Dann nützt nur noch, den Fuchs zu verscheuchen, am besten indem man ihn mit Wasser anspritzt. «Wasser hat er gar nicht gerne», so Döbeli. Hilft auch dies nichts, bleibt nur noch die Möglichkeit, das Grundstück mit einem Elektrodraht zu umzäunen. Nur so wird der Fuchs komplett vom Garten abgehalten.

Schnell findet der Fuchs aber ein neues Schlupfloch. Hohlräume unter einem Gartenhaus oder am Rande eines Swimmingpools sind ideale Verstecke. Auch verlassene Dachsbauten werden vom Fuchs gerne bewohnt. Allgemein ist es ihm überall dort wohl, wo es trocken ist und er sich gut verstecken kann. Viele der sich in der Stadt verpflegenden Füchse leben am Stadtrand. Döbeli weiss von mindestens drei Fuchsburgen, in denen mehrere Familien ihre Bauten haben.

Vorsicht vor Fuchsbandwurm

In letzter Zeit haben die Probleme mit dem Fuchs zugenommen. Döbeli schätzt, dass in und um Aarau heute 25 Prozent mehr Füchse leben als noch vor ein paar Jahren. «Wir haben 60 bis 80 Füchse, die in der Stadt fressen oder hier ihre Bauten haben.» Eine Plage sieht Döbeli derzeit aber nicht: «Es gilt einen gewissen Respekt gegenüber dem Fuchs walten zu lassen.»

Angst vor einer Krankheits-übertragung durch den Fuchs braucht trotzt der Zunahme niemand zu haben. Die Tollwut gilt in der Schweiz seit 1999 offiziell als ausgerottet. Hingegen infizieren sich in der Schweiz jährlich acht bis 10 Menschen mit dem Erreger des Fuchsbandwurms. Wird Fuchskot aber konsequent aus dem Garten entfernt und werden Obst, Beeren und Gemüse vor dem Verzehr mit handwarmem Wasser gewaschen, kann nichts passieren.

Aktuelle Nachrichten