Impfung
Impfzentren zur Massenabfertigung geplant

Auch die beiden Basel planen Zentren, in denen ein Grossteil der Bevölkerung rasch gegen die Schweinegrippe zu impfen wäre.

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Impfen

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«Ziel wäre es, die ganze Bevölkerung notfalls innert 14 Tagen impfen zu können», sagt Eric Odenheimer. Wie der stellvertretende Basler Kantonsarzt ausführt, solle es kein Gerangel geben, wenn im Herbst ein Impfstoff gegen Schweinegrippe bereit steht. Dazu hat Basel-Stadt gemäss Massenimpfungs-Konzept zehn Impfzentren verteilt über den ganzen Kanton eingeplant - in Kirchgemeindesälen oder Vereinslokalen. «Wir werden sicher versuchen, die freiwillige Impfung zuerst über die üblichen Wege wie Hausärzte, Spitäler oder Apotheken durchzuführen», sagt Odenheimer. «Wird der Andrang aber zu gross, könnten wir die Impfzentren sehr rasch öffnen.»

Auch Polizisten sollen keine Hände schütteln

Nicht nur die Ärzte am Basler Unispital sollen sich vorerst die Hand nicht mehr zur Begrüssung reichen. Als präventive Massnahme hinsichtlich der drohenden Pandemie hat nun auch die Basler Polizei ihren Mitarbeitenden neue Verhaltensregeln erteilt: Ab sofort sollen sich Polizisten und Polizistinnen nicht mehr die Hand reichen - von Küssen auf die Wange ganz zu schweigen. «Ansonsten gelten die üblichen Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen», erklärt Polizeisprecher Martin R. Schütz. «Aber das sollte ja selbstverständlich sein.» Doch selbst wenn viele Mitarbeiter grippekrank werden sollten, bleibt die Polizeileitung gelassen. «Wir haben an der Euro bewiesen, dass wir unseren Grundauftrag dennoch durchführen können.» (db)

Ähnlich die Situation im Kanton Baselland, welcher in insgesamt 18 Regionen der Gemeindeführungsstäbe aufgeteilt ist. Diese sind auch verantwortlich für die Organisation der Impfzentren sowie der Impfteams mit Ärzten und Pflegepersonal. Nötig seien auch genügend personelle Reserven, sollten Leute vom Team krank werden. «Pro Region ist mindestens ein Impfzentrum geplant», sagt Dieter Leutwyler vom kantonalen Krisenstab. In Liestal wären es deren vier, in Laufen nur eines. «Dies hängt vor allem von der Bevölkerungszahl ab», erklärt Leutwyler. «Geplant sind relativ viele, aber kleine Zentren. Die Bevölkerung soll nicht zu weit fahren müssen.» Untergebracht sein werden die Zentren in Turn- oder Mehrzweckhallen.

Die Impfzentren werden relativ einfach gehalten sein. Erst würden die Impfwilligen registriert. «Denn wir wollen in Basel-Stadt ja in erster Linie die Basler Bevölkerung impfen und nicht zuerst Auswärtige», erklärt Eric Odenheimer. Nach einem kurzen Gesundheitscheck geht es gleich zur Impfung. «Das Ganze ist eine sehr kurze Prozedur, so dass auch tatsächlich eine ‹Massenimpfung› möglich wäre.» Dabei sei davon auszugehen, dass die Impfung den Einzelnen nichts koste, wie es beim Bundesamt für Gesundheit heisst. Noch sei aber nicht entschieden, ob die Krankenkassen die Kosten zu übernehmen haben. Falls nicht, wird wohl der Staat einspringen müssen.

Ob die Zentren aber im Herbst tatsächlich eingerichtet würden, sei derzeit noch unklar. «Der Bund müsste die Impfkampagne anordnen», sagt Leutwyler. «Die Impfung selber bleibt aber freiwillig.» Die Standorte jedenfalls wären bereit, heisst es aus Stadt und Land - bis auf den noch immer fehlenden Impfstoff. «Wir hoffen aber, dass wir den Impfstoff frühzeitig zur Verfügung haben», sagt Leutwyler. «Die Bevölkerung könnte sich dann beim Hausarzt impfen lassen, und wir müssten die Impfzentren allenfalls gar nicht eröffnen.» Der Haken an der Sache: Szenarien gehen davon aus, dass der Impfstoff erst im Oktober bereit steht. Leutwyler: «Die Pandemie-Welle könnte die Schweiz aber bereits im September erreichen.» (db)