Aidsprävention im Sexgewerbe
Im Minimum e Gummi drum

Jährlich 50 000 Franken ist dem Kanton die Aids-Prävention im Sexgewerbe wert: Der Regierungsrat hat die Leistungsvereinbarung zwischen dem Gesundheitsamt und dem Oltner Verein Lysistrada über die Präventionsarbeit abgesegnet.

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Solothurner Zeitung

Vor zwei Jahren dehnte der Oltner Verein Lysistrada seine Arbeit (siehe Kasten) im Bereich der Aids-Prävention im Sexgewerbe auf den ganzen Kanton Solothurn aus. Seither erreichten die Frauen vom Verein Lysistrada 2088 Sexarbeiterinnen. Das Pilotprojekt ist nun abgeschlossen und dank dem Regierungsratsbeschluss auch mindestens bis 2012 ein fixes Angebot im Kanton Solothurn. Dass dies überhaupt möglich wurde, ist unter anderem dem positiven Abschlussbericht der Fachhochschule Nordwestschweiz zu verdanken: Doch nicht nur der Bericht zeigt auf, wie wichtig die gesundheitsfördernde Arbeit ist.

Der Verein Lysistrada erhielt 2009 auch den kantonalen Sozialpreis. Melanie Muñoz, Koordinatorin Lysistrada: «Das Engagement des ehrenamtlichen Vorstandes ist bewundernswert.» Auch für ihre Vorgängerin Regula Berchtold (ehemalige Projektleiterin) hat sie nur lobende Worte: «Sie hat das Projekt perfekt aufgezogen.»

Was der Kanton leistet

Diesem Erfolg ist es auch zu verdanken, dass die bisherige Arbeit der Lysistrada unverändert in der Leistungsvereinbarung festgehalten wird. Zweck der Vereinbarung ist es, die finanzielle Unterstützung des Vereins für dessen Gesundheitsprävention im Sexgewerbe im Kanton zu regeln. Diese Arbeit vermindert die Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Sexarbeiterinnen sollen aufgeklärt werden, auch wird ihnen ein niederschwelliges Angebot zur ambulanten Gesundheitsvorsorge ermöglicht.

Mit einem jährlichen Beitrag von 50 000 Franken unterstützt der Kanton Solothurn 2010 bis 2012 die Aids-Prävention im Sexgewerbe (ApiS), die angepassten Minimalstandards in den Etablissements, die Arbeit des Vereins Lysistrada auf dem Strassenstrich und ein niederschwelliges Gesundheitsangebot.

Weitere zur Kasse bitten

Wie in der Vereinbarung steht, muss die Differenz zum Gesamtbudget von weiteren Trägerschaften, zum Beispiel jenen Gemeinden, die durch Steuereinnahmen des Sexgewerbes profitieren, erbracht werden. Die Stadt Olten leistet seit Jahren immer wieder ihren Beitrag. Solothurn, Grenchen und Oensingen haben auch schon Beiträge geleistet. Balsthal hingegen tut sich schwer damit. Vreni Müller vom Verein Lysistrada ist froh um die Vereinbarung mit dem Kanton: «Nun haben wir bei den Verhandlungen mit den Gemeinden etwas in der Hand.» Und diese werden bestimmt noch kommen.