Im Flugzeugcockpit hinaus in die weite Welt

Alexandra Hofmann aus Frick ist Senior First Officer bei der Swiss. Sie liebt ihren Beruf über alles und hat schon rund 11000 Flugstunden auf ihrem Konto.

Drucken
Teilen
Im Flugzeugcockpit hinaus in die weite Welt

Im Flugzeugcockpit hinaus in die weite Welt

Patricia Streib

Es gibt keine mit Flugzeugmodellen voll gestopften Glasvitrinen und auch keine aufgereihten Uniformmützen zu sehen in ihrem Heim am Frickberg, wo die sympathische und bescheidene Pilotin Alexandra Hofmann, zusammen mit ihrem Partner, wohnt.

Von der Technik fasziniert

Fasziniert von der Technik und fast schon ein wenig süchtig nach dem Fliegen ist die gebürtige Baslerin mit österreichischen Wurzeln. «So kleben auch wir immer wieder mit den Nasen am Cockpit-Fenster und freuen uns wie die Kinder über eine wunderschöne Skyline, zum Beispiel von Hong- kong, meiner Lieblingsstadt», so Ale-xandra Hofmann.

Als zu Beginn der 1980er-Jahre erstmals Frauen zum einwöchigen Kurs der FVS (fliegerischen Vorschulung) zugelassen wurden, meldete sich Alexandra Hofmann an und durchlief die gesamte Ausbildung und lernte das Fliegen auf einmotorigen Sportmaschinen. Parallel dazu liess sie sich zur Dolmetscherin für Englisch und Französisch ausbilden. Schon während ihres letzten Studienjahres bewarb sie sich bei der Swissair und fliegt heute als First Officer.

Die Crew des Cockpits setzt sich zusammen aus dem Ranghöchsten, dem Captain, und dem First Officer, auch Co-Pilot genannt – für die Swiss sowohl auf dem zweimotorigen Airbus A330 sowie dem viermotorigen Airbus A340. Sowohl Kurz- wie auch Langstreckenflüge können gleichermassen anstrengend sein. «Auf der Langstrecke machen einem vor allem Nachtflüge und Zeitunterschiede zu schaffen.

Oft wechselt man zwischen Ost und West. So ist es manchmal schwierig, zu Hause wieder in einen normalen Rhythmus zu finden. Bei den Kurzstrecken hingegen geht es jeweils sehr hektisch zu und her. Verzögerungen, die schon zu Beginn einer Tagesschicht entstehen, sind oftmals schwer aufzuholen. Da heisst es, Ruhe zu bewahren und die Nerven zu behalten.»

Ein weiterer wichtiger Aspekt, um ein guter Pilot zu werden, sei die Teamfähigkeit. Einzelkämpfer seien nicht erwünscht. So achte die Swiss auch bei ihrem Beförderungsverfahren streng darauf, dass es im Cockpit auf keinen Fall zu Animositäten komme. Es rücke erst jemand zum Captain nach, wenn ein Platz frei werde. Es könne also niemand von einem Dienstjüngeren in der Karriereleiter überholt werden. Alexandra Hofmann hat übrigens selber auch schon bei der Ausbildung und Selektion von künftigen Piloten mitgewirkt.

Aschewolke aus der Ferne erlebt

Die Aschewolke aus Island erlebte Alexandra Hofmann selbst nur aus der Ferne, sprich: aus den Ferien, mit. Doch mehr als 50 Besatzungen ihres Arbeitgebers sassen genauso wie normale Flugpassagiere im Ausland fest und schafften es erst verspätet oder zum Teil mit Bus, Bahn und Taxi nach Hause. Die kommende Ferien- und Reisezeit wird bei der Swiss nicht so stark als Veränderung wahrgenommen. Im Gegensatz zu anderen Fluglinien hat sie nicht so viele Charterflüge.

Verzichten muss die Wahl-Frickerin trotz ihres unregelmässigen Dienstplans auf nichts in ihrer Freizeit. Weil sie keine Haustiere hat, die viel Pflege bedürfen, leben bei ihr am Frickberg halt anstatt eines Hundes im Moment nur Fische. Was aber vielleicht auch in Bezug auf das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente Luft und Wasser durchaus seinen Reiz haben kann.

Aktuelle Nachrichten