belch
Im Ereignisfall den Tunnel schnell entlüften

Ende November begann der Ausbruch für den 200 Meter langen Abluftstollen auf der Baselbieter Seite des Belchentunnels. Der Stollen ist Teil des neuen Sicherheitskonzepts.

Merken
Drucken
Teilen
Belchen

Belchen

bz Basellandschaftliche Zeitung

Ueli Frei

Mit knapp 100 Kilometern pro Stunde rollt der Verkehr in den Belchentunnel. Bei dieser Geschwindigkeit bemerken die Automobilisten kaum, dass oberhalb des Tunnelportals ein grosser Kran steht. Die Bauarbeiten, die die Tunnelsicherheit auf den heute erforderlichen Standard bringen, kommen gut voran. Bis heute wurde auf der Baselbieter Seite die Zufahrtsstrasse zur neu zu bauenden Tunnelzentrale für den Baustellenverkehr ausgebaut.

Eine neue Zufahrtsstrasse

Auf der Solothurner Seite entstand eine komplett neue Zufahrtsstrasse. Seit Ende November bricht ein Tunnelbagger den Fels oberhalb der beiden Röhren aus. «Wir bauen einen Stollen», erklärte Projektleiter Roland Martin vom Bundesamt für Strassen (Astra) anlässlich der Medieninformation zur Barbarafeier von gestern. «Aber noch nicht die dritte Röhre», präzisierte er.

Fast zeitgleich mit dem Festtag der Bergleute und Mineure zu Ehren ihrer Schutzpatronin begann der Vortrieb des rund 200 Meter langen Abluftstollens oberhalb des Tunnelportals auf der Baselbieter Seite. Sprengungen kommen aus Sicherheitsgründen nicht infrage. Ein dichtes Netz an Überwachungsmessungen stellt die Sicherheit des Tunnels sicher. Sechs Jahre ist es her, seit die beiden Röhren des Belchentunnels saniert wurden.

Strahlenventilatoren

Nicht dazu gehörte damals die Aufrüstung auf den Sicherheitsstandard, wie er nach den verheerenden Bränden im Mont- blanc- und im Gotthard-Tunnel definiert wurde. Die neuen Vorschriften über die Tunnelsicherheit verlangen unter anderem, dass im Ereignisfall die betroffene Tunnelröhre so schnell als möglich über die Portale entlüftet wird. Im Ereignisfall blasen neu zu installierende Strahlventilatoren den Rauch in Fahrtrichtung aus dem Tunnel.

Dadurch werden Automobilisten, die auf die Unfallstelle auffahren und im Stau stehen, nicht in giftigen Rauchgasen gefangen. Im Normalbetrieb laufen diese Ventilatoren nicht. Der Tunnel wird durch die Kolbenwirkung des Verkehrs entlüftet. «Der Nordstollen sollte im März fertig werden», erklärt Martin. Danach beginnen der Bau der achtstöckigen neuen Tunnelzentrale sowie der Ausbruch des ebenfalls 200 Meter langen Abluftstollens auf der Solothurner Seite.

Im Mai und Juni sowie im Oktober und November 2012 werden sich die Fahrzeuglenker während zweimal knapp fünf Wochen in Geduld üben müssen. Während des Abbruchs der Zwischendecken auf der Länge der neuen Abluftstollen sowie der Durchbrüche der Abluftstollen in die Tunnelröhren wird der Verkehr nur einstreifig geführt. Die Tunnelsicherheit lässt sich der Bund 107 Millionen Franken kosten. In der Summe sind die Vorbereitungsarbeiten für den Bau der dritten Röhre bereits enthalten.