Schulhaus
Im Eiltempo ins neue Schulhaus

Der Gemeinderat Günsberg treibt Umzug des Kindergartens in andere Räumlichkeiten voran. Der Kindergarten soll zurück ins neue Schulhaus; in zwei nicht mehr benötigte Zivilschutzräume. Damit das möglich ist, sind bauliche Arbeiten für rund 300 000 Franken notwendig. Geht es nach dem Gemeinderat, sollen die Kinder schon vor der kommenden Heizperiode in das neue Domizil umziehen.

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Im Eiltempo ins neue Schulhaus

Im Eiltempo ins neue Schulhaus

Solothurner Zeitung

Gaudenz Oetterli

Die Zeit drängt. Der Zustand im alten Schulhaus ist untragbar: Schimmelrisiko, ungeheizte Toiletten, schlechte Isolation. Solche Defizite machen einen Umzug des Kindergartens vor der nächsten Heizperiode wünscheswert. Um möglichst wenig Zeit zu verlieren, kümmerte sich Gemeindepräsident Hansrudolf Reber - mit Beizug eines Experten - um die Planung des Bauprojekts, das im neuen Schulhaus die nötigen Anpassungen für den Kindergarten-Betrieb machen soll. Vergangene Woche gingen die letzten angeforderten Offerten für das Projekt ein.

«Ich bin selber ein wenig erschrocken, als ich die Zahl gesehen habe», sagte Reber zu den rund 300 000 Franken, die ein Umbau der beiden Räume kosten würde. Zu den zu erwartenden Kosten gesellte sich noch ein 25 000-Franken-Posten «Asbestsanierung». «Zwar ist das ganze Schulhaus vor einigen Jahren in diesem Sinne saniert worden. Aber nun gelten strengere Auflagen.» Das vorliegende Projekt sei aber aber nach wie vor wesentlich günstiger als ein Neubau.

Gemeindepräsident als Bauführer?

Ein weiterer Punkt, den Reber abklärte, war die Submission: «Das Amt für Gemeinden hat bestätigt, dass die Arbeiten nicht ausgeschrieben werden müssen, da die Einzelaufträge 150 000 Franken nicht übersteigen.» Der teuerste Posten für Schreinerarbeiten beträgt rund 75 000 Franken.

Nicht ganz einverstanden mit dem Vorgehen zeigte sich Bernard Brun (SVP): «Der Auftrag des Gemeindepräsidenten ist nicht die Bauführung. Ich bin der Meinung, dass wir die architektonische Oberaufsicht an einen Fachmann übergeben sollten.» Zudem müsse der Gemeinderat vor der Planung festlegen, ob man eine Submission mache oder nicht.

Zeitdruck spielt wesentliche Rolle

Die Bedenken betreffend Bauführung teilten zu Beginn der Diskussion einige Ratsmitglieder. Zwei Argumente von Reber konnten diese Zweifel jedoch weitgehend zerstreuen. So machte der Gemeindepräsident darauf aufmerksam, dass eine Fremdvergabe der Bauführung «mit Sicherheit nicht billiger» sei. Zudem verschiebe sich das Projekt um ein ganzes Jahr, sollte man jetzt noch einen Ingenieur auf das Projekt ansetzen. «Baubeginn kann nur im Sommer sein, wegen der Ferien.»

Christian Spycher (FdP) ergänzte: «Der Zeitdruck macht die Geschichte schwierig. Eigentlich möchten wir die kommende Heizperiode im alten Schulhaus einsparen.» Einig war sich der Rat dafür von Beginn weg, dass noch zusätzlich Offerten eingeholt werden sollen.

Die Diskussion rund um den Kindergarten und seinen neuen Standort dauerte zwar lang. Doch hatte sie auch einen positiven Effekt: Der Gemeinderat fällte am Ende einen einstimmigen Entscheid, das bisherige Konzept weiter zu verfolgen und das Geschäft der Gemeindeversammlung Mitte Monat zur Bewilligung zu empfehlen.

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