Im Dorfkern ändert sich nichts

Projektänderung: So wie jetzt wird der Verkehr auch in Zukunft «hindernisfrei» durch Rüti rollen können. Auf die Neugestaltung der Einmündungen bei der Herren- und Sandgasse in die Solothurnstrasse wird verzichtet. (sl)

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Projektänderung: So wie jetzt wird der Verkehr auch in Zukunft «hindernisfrei» durch Rüti rollen können. Auf die Neugestaltung der Einmündungen bei der Herren- und Sandgasse in die Solothurnstrasse wird verzichtet. (sl)

Das ursprüngliche Projekt sollte aus Rüti wegen einer unattraktiven Dorfdurchfahrt ein attraktives Dorf machen. Der Gemeinderat will davon nichts wissen und winkt ab.

Jürg Amsler

«Wenn alles rund läuft, können wir noch in diesem Herbst mit den Arbeiten beginnen.» Jürg Hunziker, beim Oberingenieurkreis III Projektleiter für die flankierenden Massnahmen in Rüti, schiebt gleich nach: «Dieser Termin kann wohl nicht eingehalten werden. Wir werden mit grösster Wahrscheinlichkeit erst im nächsten Jahr mit den Bauarbeiten beginnen können.» Nach Terminplan, wie er vor drei Jahren der Bevölkerung von Rüti vorgestellt worden ist, sollten die Arbeiten längst ausgeführt, ja sogar abgeschlossen sein. Das weiss Hunziker, und er kennt den Grund für die Verzögerung auf die Marschtabelle: «Wenns Einsprachen gegen ein Projekt gibt, wird es immer schwierig, die Termine einzuhalten.» Dass es Einsprachen gegen das geplante Projekt geben wird, war schon an der Informationsveranstaltung absehbar.

Abgespecktes Projekt

«Der Gemeinderat von Rüti hat beschlossen, dass auf die vorgesehenen Massnahmen im Dorfzentrum verzichtet wird.» Hunziker erklärt, dass die Einmündungen Herrengasse respektive Sandgasse in die Solothurnstrasse nicht neu gestaltet und vor

allem keine zusätzlichen Bäume gepflanzt werden. «Es wir nur noch beim östlichen und westlichen Dorfeingang je einen Pförtner geben.» Ebenso sei der «Zwischenpförtner» bei der Einmündung des Gerweges in die Bürenstrasse aus dem ursprünglichen Projekt gekippt worden.

Einen weiteren Grund, wieso es überhaupt zu diesen Änderungen gekommen ist, sieht Jürg Hunziker in der Haltung des Bundes: «Wegen der knappen Finanzen bei Kantonen und Gemeinden wird nicht mehr so sehr auf eine strikte Umsetzung der einst vorgesehenen Massnahmen gepocht.»

Die Projektänderungen alleine sind nicht dafür verantwortlich, dass sich die Realisation der flankierenden Massnahmen in Rüti verzögert. Der Projektleiter: «Die Verhandlungen mit den betroffenen Grundeigentümern dauern länger als geplant. Ein weiteres Treffen wird demnächst stattfinden.» Er hoffe, dass es zu einer Einigung komme und im Verlaufe dieses Sommers die Plangenehmigung vorliege. Obs in diesem Jahr noch zum Baubeginn komme, sei eher fraglich, sagt Hunziker. Er erwähnt weiter, dass seit Anfang dieses Jahres im Kanton Bern ein neues Strassenbaugesetz gelte und Bauten an Kantonsstrassen vollumfänglich vom Kanton finanziert werden (wir berichteten). Es sei denn, eine Gemeinde habe Sonderwünsche, für die sie selber aufkommen müsse, was in Rüti nicht der Fall sei.

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