gaw-arbeits- und wohnintegration
Im Balade wird wieder aufgetischt

Vom Grossbasler «Lällekönig» über den Rhein ins mindere Basel: Die «gaw-arbeits- und wohnintegration» wagt mit viel Elan einen Neustart im Restaurant Balade.

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Benno Merz

Benno Merz

bz Basellandschaftliche Zeitung

Franz Osswald

Es ist noch nicht allzulange her, da waren die Leute der «gaw» im Restaurant «Lällekönig» anzutreffen. Das Projekt verlief indessen nicht wunschgemäss. Mit der Übernahme des Restaurants Balade nimmt die gaw nun einen neuen Anlauf, denn «wir wollen wieder vermehrt in der Öffentlichkeit präsent sein», erklärte Geschäftsführer Peter Ulrich. Wie im «Lällekönig» sollen im Balade Menschen mit einer Beeinträchtigung zum Einsatz kommen und ausgebildet werden.

Dreierlei wird ab heute im Balade geboten: ein Restaurant, eine Bar und eine Gelateria. Das Ganze will die gaw aber langsam angehen, wie der Leiter Gastronomie, Peter Kaderli, erklärte. «Wir wollen zuerst in allen Bereichen Erfahrungen sammeln.»

Neue Herausforderung

Dies gilt beispielsweise auch für die Küche. Dort schwingt Küchenchef Benno Merz die Kelle. Merz wirtete zwölf Jahre lang im Restaurant «Höfli» in Pratteln und suchte eine neue Herausforderung - im Balade hat er sie gefunden. Unter seinen Fittichen haben schon viele Auszubildende das Metier erlernt, erstmals nimmt nun ein Lehrling mit Beeinträchtigungen die Lehrzeit unter seiner Führung in Angriff. Von Beeinträchtigungen ist auf der Speisekarte indessen nichts zu bemerken - im Gegenteil, denn flexibler geht es fast nicht mehr. Sämtliche Gerichte können als Vorspeise, kleine Portion oder als Hauptgang bestellt werden. Überraschend sind unter anderem auch die Gerichte, unter denen man ungewohnte Kombinationen findet, die neugierig machen. «Ich bevorzuge eine leichte Küche, die ein mittleres Preissegment abdeckt», umschreibt Benno Merz seine Konzeption.

Lokale Weinhändler

Eine Offenbarung ist auch die Weinkarte und dies kommt nicht von ungefähr. Das Balade arbeitet mit lokalen Weinhändlern zusammen, die reiche Auswahl lässt ein Bekenntnis zu Schweizer und europäischen Weinen erkennen.

Nebst dem Restaurant wird auch eine Bar mit kleiner Snack-Karte betrieben, in der die Weine ausgewählter lokaler Weinhändler käuflich sind und die in Kombination mit einer Gelateria geführt wird. In dieser ist der Basler Glacé-König Gasparini zuhau-se, dessen Zolli-Cornet Kultstatus geniesst. Im Sommer kommt schliesslich noch die Gartenwirtschaft dazu. Für Peter Kaderli sind die Voraussetzungen im Balade insgesamt ausgezeichnet.

Der angekündigte «langsame Start» des Balade zeigt sich auch in den Öffnungszeiten. «Wir beginnen mit einer Fünftagewoche von Dienstag bis Samstag», führt Gastronomieleiter Peter Kaderli aus. Dieser Rhythmus ist für unsere Beschäftigten ideal, damit können wir den Start meistern.» Nach und nach soll dann die Zahl der Lehrstellen und des Personals erhöht werden, wenns gut läuft, sei auch eine Ausweitung der Öffnungszeiten denkbar, erläuterte Kaderli.

Unabhängig vom Hotelbetrieb

Der Restaurationsbetrieb wird unabhängig vom Hotel-Betrieb geführt. Das Konzept der gaw wird auch nach der Übernahme des Hotels im Jahre 2010 durch eine neue Betreiberfirma Bestand haben, versicherte Geschäftsführer Peter Ulrich gestern: «Die Zusammenarbeit verlief bisher sehr erfreulich.»

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