Der Leerwohnungsbestand im Kanton stieg um 15 Prozent. Zuzüger sollten in absehbarer Zeit keine allzu grossen Probleme haben, im Aargau eine passende Wohnung zu finden. Trotz anhaltendem Bevölkerungswachstum ist auch der Leerwohnungsbestand deutlich um 15 Prozent gestiegen.

4185 Wohnungen leer

Das Resultat der Leerwohnungszählung wurde gestern vom statistischen Amt veröffentlicht: Anfang Juni standen im ganzen Aargau 4185 Wohnungen leer, 551 mehr als im Vorjahr. Von der absoluten Zahl lässt sich erst bedingt auf die Dynamik des Wohnungsmarktes schliessen.

Die Leerwohnungsziffer, der Anteil zur Vermietung oder zum Verkauf stehender Wohneinheiten am Gesamtbestand, lasse sich erst schätzen, erklärt Ruedi Steiner vom statistischen Amt. Er dürfte in etwa bei 1,5 oder 1,6 Prozent liegen. Das wäre dann eine leichte Zunahme und würde auf einen gut spielenden Markt deuten. Man könne weder von einem Überangebot noch von einer Wohnungsknappheit sprechen, wobei die Tendenz eher zu einem knappen Angebot zeigt, so Steiner.

Weniger Einfamilienhäuser

Schnell weg gehen Neuwohnungen. Obwohl in den letzten beiden Jahren noch ein Wachstum des Bauvolumens zu verzeichnen war (2007 plus 294 Millionen, 2008 plus 36 Millionen), ging die Anzahl der Leerwohnungen in Neubauten leicht zurück (minus 45).

Die Zunahme des Gesamtbestands geht auf Wohnungen zurück, die älter als zwei Jahre sind (plus 596). Von allen erfassten leerstehenden Wohnungen sind 81 Prozent Mietobjekte und 19 Prozent Eigentumswohnungen oder zum Kauf ausgeschriebene Einfamilienhäuser.

Regionale Unterschiede

Ein Einfamilienhaus zu finden, wird tendenziell schwieriger, der Bestand der zum Verkauf oder zur Dauermiete ausgeschriebenen Objekte hat sich gegenüber dem Vorjahr um 59 Einheiten verringert.

Eine Wohnung lässt sich fast überall finden. Von den 220 Aargauer Gemeinden wiesen Anfang Juni aber immerhin 23 keine einzige freie Wohnung aus. Einen überdurchschnittlichen Leerwohnungsbestand verzeichnen die Bezirke Rheinfelden, Kulm und Aarau. Die Stadt Rheinfelden hält dabei den Rekord mit 372 leerstehenden Wohneinheiten, gefolgt von Aarburg (230) und Oftringen (186).