Organhandel

Illegaler Organhandel in der Ukraine - 10'000 für eine Niere

Ärzte nehmen einer Patientin die Niere raus (Symbolbild)

Ärzte nehmen einer Patientin die Niere raus (Symbolbild)

In der Ukraine ist ein internationaler Organhändler-Ring aufgeflogen. Vier Ärzte aus renommierten Kliniken in Kiew sollen über drei Jahre lang mit Organen gesunder Menschen gehandelt haben.

Sie entnahmen den Organspendern Nieren, um sie an Geschäftsmänner in Israel zu verkaufen, wie die Ermittler am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax in Kiew berichteten.

Die Organverkäufer aus Russland, Moldau, Weissrussland, Usbekistan und der Ukraine kassierten im Schnitt 10'000 Dollar für ihre Nieren. Die Ärzte liessen sich das Doppelte bezahlen, wie der Leiter der Abteilung Menschenhandel des ukrainischen Innenministeriums, Juri Kutscher, sagte.

Die Summen entsprechen einem Vielfachen eines durchschnittlichen Jahreseinkommens in diesen Ländern. Die Anbieter seien mit der Organentnahme zu Invaliden geworden. Die Chirurgen wollten sich laut Kutscher persönlich bereichern. Bei einem der Verdächtigen sei eine halbe Million Dollar sichergestellt worden.

Insgesamt geht die Polizei von 50 Betroffenen aus. Zwölf Verdächtige sollen im Organhändler-Ring unter Leitung eines israelischen Staatsbürgers gearbeitet haben. Bislang sind nur die vier Ärzte in Untersuchungshaft.

Nach Darstellung der Ermittler reisten die ukrainischen Chirurgen mit den Spendern auch nach Aserbaidschan oder sogar nach Ecuador, um die Organe schwarz zu verpflanzen. Die Kunden seien über israelische Kontakte vermittelt worden. Demnach bezahlten die Patienten im Nahen Osten zwischen 100'000 und 200'000 Dollar für die illegalen Operationen.

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